Als „Kleine Alltagshelden“ nominiert Zwei Brualer Jungs kümmern sich um ihre Nachbarin

Zum Tee kommen Keno (links) und Finn Esselmann gerne bei Nachbarin Maria Schulte vorbei. Foto: Katharina PreuthZum Tee kommen Keno (links) und Finn Esselmann gerne bei Nachbarin Maria Schulte vorbei. Foto: Katharina Preuth

Brual. Vor zwölf Jahren ist die heute 85-jährige Maria Schulte in ein Neubaugebiet nach Brual gezogen. Seitdem sind die Nachbarskinder Keno und Finn Esselmann an ihrer Seite. Bis heute kümmern sie sich um ihre „Oma Schulte“. Für ihr Engagement sind sie als „Kleine Alltagshelden“ nominiert.

„Finn war gerade ein Jahr alt, als mein Mann und ich hier kamen“, erzählt Schulte. Von klein auf gingen die Söhne der Familie von gegenüber bei den Schultes ein und aus. „Wir trinken immer Tee zusammen und unterhalten uns“, sagt Keno Esselmann. Und auch heute stehen die blau-weißen Teetassen vor dem 15-Jährigen und seinem 11-jährigen Bruder. Zwei Teebeutel sind in der Kanne - wie immer. Weißer Kandis steht auf dem Tisch. Porträtfotos der Nachbarjungen haben im Küchenregal ihren Platz gefunden. Es sind diese Fotografenbilder aus dem Kindergarten oder der Schule, die die Fotografierten gerne ihren Großeltern mitbringen. Auch die dritte „Oma“ der Jungs besitzt etliche dieser Bilder. „Ich glaube, ich habe auch fast jedes Zeugnis der beiden gesehen“, erinnert sich Maria Schulte.

Große Stütze

Ihrer Nachbarin erzählen die Jungs von der Schule, ihren Hobbys und diskutieren über Politik. „Wenn ich meine erste Freundin habe, ist Maria bestimmt die erste, die es erfährt“, sagt Keno Esselmann. Manchmal nennen sie ihre Nachbarin bei ihrem Vornamen, aber oft ist es einfach „Oma“.

Nachdem die eigene Tochter mit 30 Jahren gestorben ist und der Sohn die Landwirtschaft nicht weiterführen wollte, hat sich das Ehepaar Schulte entschieden, ihr langjähriges Heim zu verlassen. „Viele haben uns davon abgeraten in ein Neubaugebiet zu ziehen, direkt neben einen Spielplatz. Aber das war genau richtig“, sagt die ältere Dame rückblickend. Und das liegt vor allem an Keno und Finn Esselmann. Besonders nach dem Tod ihres Mannes seien die Jungs eine große Stütze gewesen. Sie mähen ihren Rasen, tragen Getränkekisten vom Auto ins Haus oder schieben die Mülltonne zur Straße. „Das machen sie von ganz alleine, ich halte sie nicht dazu an“, sagt Silke Esselmann, die Mutter der beiden.

Doch auch wenn die Jungs Maria Schulte bei kleinen Arbeiten unter die Arme greifen, ist es doch die gemeinsame Zeit und die Unterhaltungen, die ihr besonders viel bedeuten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Jungs in ihrem Alter sich die Zeit nehmen“, sagt Schulte. Darauf erwidert Keno Esselmann, dass die Besuche für sie beide keine unangenehme Pflicht seien. „Wenn wir über den Krieg sprechen oder über das was in der Zeitung steht, ist das interessant“, sagt er.

Und dazu Tee

Maria Schulte ist zu einem Teil der Familie Esselmann geworden. Sie ist Gast bei Geburtstagen oder kommt sonntags nach der Kirche zum Frühstück vorbei. Und wenn die Eltern mal nicht zu Hause sind, wenn die beiden aus der Schule kommen, gibt es nebenan Pfannkuchen mit Marmelade und Zucker. „Und dazu immer Tee“, ergänzt Finn Esselmann.

Weitere „Alltagshelden“

Wer auch einen Vorschlag zum „Kleinen Alltagsheld“ machen möchte, kann dies bei den Kommunen im nördlichen Emsland, dem Landkreis Emsland sowie bei der Ems-Zeitung machen. Nominierungen per E-Mail können auch direkt an mirco.moormann@noz.de übermittelt werden. Der Einsendeschluss ist um eine Woche verlängert worden und ist nun am Samstag, 10. März. Generell ist es wichtig, eine kurze Beschreibung mit den Daten der Nominierten mitzusenden, damit Kontakt aufgenommen werden kann.


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