Auftakt zum „Emsland Dorfplan“ Neurhede und Brual malen sich ihre Zukunft aus

Von Christian Belling


Neurhede. Zwei Dörfer - ein Ziel: Die Entwicklung des Ortes vorantreiben. Um dies zu erreichen, haben am Donnerstagabend rund 60 Neurheder und Brualer am Auftakt des Projektes „Emsland Dorfplan“ teilgenommen.

Neurhede und Brual gehören zu fünf Kommunen im Emsland, die sich am Modellprojekt des Bundes beteiligen, das vom Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) finanziert wird. Dabei geht es um die Zukunft der Dörfer, die sich die Bürger wortwörtlich ausmalen sollen. Die Rheder Ortsteile stellen während des Projektes eine Besonderheit dar, weil sie gemeinsam daran teilnehmen. „Dennoch wird es am Ende sowohl für Neurhede als auch für Brual einen eigenen Dorfplan geben“, macht Tim Strakeljahn von begleitenden Planungsbüro „pro-t-in“ aus Lingen deutlich.

„Dynamisch“ mit Stift und Schere dabei

Während der Auftaktveranstaltung im Neurheder Dorfgemeinschaftshaus saßen die Teilnehmer zu Beginn noch zusammen, ehe sie sich je nach Ortsteil in Arbeitskreise zurückzogen. In denen war dann Kreativität gefragt. Unter den Handlungsfeldern „Miteinander“, „Wohnen“ und „Grundversorgung“ wurden Gruppen gebildet. Für die Neurheder gab es noch zusätzlich den Themenbereich „Umwelt“. In diesen sollten die Teilnehmer mitteilen, welche Handlungsbedarfe und Besonderheiten gesehen werden und welche guten Erfahrungen zu diesen Themen gemacht wurden. Fleißig packten die rund 60 Teilnehmer zu Stift und Schere und gaben Auskunft über den aktuellen Stand. „Es war eine wirklich dynamische Veranstaltung“ lobt Strakeljahn.

Von den Gedankengängen des anderen profitieren

Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen wurde anschließend für jeden Ortsteil eine Collage erstellt. „Dabei kam zum Vorschein, dass es durchaus Gemeinsamkeiten bei den Handlungsbedarfen gibt. So können Probleme auch gemeinsam angegangen werden und der eine Ortsteil von den Gedankengängen des anderen profitieren“, so Strakeljahn. Auf der anderen Seite gebe es nach seinen Worten aber auch ortsspezifische Angelegenheiten, die wenige Kilometer entfernt nicht von Bedeutung seien.

Erste Skepsis schnell verflogen

Neurhedes Ortsbürgermeister Frank Hunfeld zeigte sich erfreut von dem großen Zuspruch und dem Engagement der Teilnehmer. „Ich hatte erst Skepsis, weil die Vorgehensweise des Projektes auf die direkte Beteiligung der Bevölkerung ausgelegt ist und die Kreativität eines jeden einzelnen einfordert.“ Dieses Konzept sei aber gut angenommen worden. „Wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt, mit dem ich in dieser Form nicht gerechnet hätte. Darauf können wir in den nächsten Monaten wirklich aufbauen.“

Arbeitskreise treffen sich im Februar wieder

Aufgrund der jetzt gemachten guten Erfahrungen zeigt sich Hunfeld sogar optimistisch, dass sich im weiteren Projektverlauf noch mehr Teilnehmer finden werden. „Ich denke, dass beim nächsten Treffen der Arbeitskreise am 15. Februar im Brualer Dorfgemeinschaftshaus noch mehr kommen, weil sich die Vorgehensweise herumspricht und es auch schließlich um die eigene Dorfentwicklung geht.“

Laut Projektplaner Strakeljahn werden die Ergebnisse in einem nächsten Schritt nun weiter ausgearbeitet. Der Projektabschluss ist im Sommer vorgesehen. Informationen zum „Dorfplan Emsland“ gibt es auch auf der Internetseite der Gemeinde Rhede.

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