Proteste am Samstag in Berlin Landwirte mit Traktoren auf dem Weg zur Demonstration

Von Mirco Moormann


Klostermoor/Rhede. Mit vier Traktoren sind Landwirte aus der Region am Donnerstag nach Berlin gestartet. Sie wollen am Samstag, 20. Januar, an der Demonstration „Wir haben es satt“ zur Internationalen Agrarministerkonferenz auf der Grünen Woche teilnehmen.

Am Donnerstagmorgen sind die vier Traktoren – mit Plakaten bestückt – auf dem Hof von Milchbauer Ottmar Ilchmann zusammengekommen. Seit drei Jahren unterstützt Ilchmann, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL), die Proteste. „Bislang sind wir immer nur mit einem Trecker gefahren, jetzt sind es vier“, sagt Ilchmann, der sich über die Beteiligung freut. „Diese Aktion steht und fällt mit den Leuten, die sich engagieren“, so Ilchmann weiter.

Auch Landwirt aus Rhede dabei

Erstmals mit dabei ist auch ein Traktor von Kristian Lampen aus Rhede. Der Bio-Bauer beteilige sich gern an der Aktion, bei der sich Hunderte Landwirte mit ihren Gefährten auf den Weg zum Berliner Hauptbahnhof machen. Er stehe hinter den Protesten, wie Lampen im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilt, und er setze sich „für eine andere Form der Landwirtschaft“ ein. Seiner Meinung nach müssten die bäuerlichen Strukturen wieder gezielt gefördert werden. „Die Produktion in der Landwirtschaft muss auf die regionalen Bedürfnisse angepasst werden“, sagt Lampen, der sich gegen den weltweiten Export von Agrargütern und den damit einhergehenden, zerstörerischen Auswirkungen auf fremde Märkte ausspricht.

Samstag um 11 Uhr beginnt der Protest

Bis Samstagmorgen um 11 Uhr müssen die Traktoren in Berlin sein. Die Kundgebung zu „Wir haben es satt“ findet am Washingtonplatz am Hauptbahnhof statt. Nach Angaben der Organisatoren demonstrieren die Landwirte, um der Bundesregierung zu zeigen, dass bäuerliche Arbeit auf dem Land und in den Ställen etwas sehr Wertvolles ist, und um deutlich zu machen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe und gerade auch viele junge Menschen in der Landwirtschaft wichtig sind für die Stabilität und die weitere Entwicklung in den ländlichen Regionen.

Weiter geht es um Herausforderungen in der artgerechten Tierhaltung und im umweltschonenden, bienenschützenden Ackerbau. Gefordert werden klare politische Rahmenbedingungen, um die Arbeit auf den Höfen gut und von der Gesellschaft akzeptiert machen zu können. Zudem soll bei der in Berlin stattfindenden Internationalen Agrarministerkonferenz zur Grünen Woche die Solidarität und Bereitschaft für fairen Handel aufgezeigt werden.


„Wir haben es satt“ ist eine Bewegung von Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden gegen die Agrarindustrie, gegen Massentierhaltung und für eine Agrarwende. Die größte Demonstration findet seit 2011 jährlich im Januar anlässlich der Grünen Woche in Berlin statt.

Die Protestveranstaltungen werden gemeinsam von mehreren Dutzend Organisationen getragen. Darunter befinden sich unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL), der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Brot für die Welt, Demeter, oder auch das katholische Hilfswerk Misereor. Laut Organisatoren waren im vergangenen Jahr 23.000 Menschen und 130 Traktoren in Berlin.