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Zusätzliche Sektionen für Papenburg Neptun Werft in Rostock will Schiffbauhallen erweitern

Von Christoph Assies | 15.07.2016, 14:05 Uhr

Die Neptun Werft, ein Tochterunternehmen der Papenburger Meyer Werft, will an ihrem Standort in Rostock-Warnemünde eine Schiffbauhalle erweitern, um auch zukünftig große Schiffsteile für die Kreuzfahrtschiffe des Papenburger Stammsitzes bauen zu können.

Wie die Schweriner Volkszeitung (SVZ) berichtet, soll mit der Erweiterung einer Halle die Produktivität beim Bau der großen Schiffsteile erhöht werden. „Gerade in diesem Bereich stoßen wir langsam an unsere Grenzen, denn auch die Tore der aktuellen Halle sind 39,50 Meter breit und größere Teile können daher dort bisher nicht gefertigt werden“, teilte Neptun-Werft-Geschäftsführer Raimon Strunck bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Warnemünde mit.

Dem Bericht der SVZ zufolge befindet sich das Schiffbauunternehmen aktuell in der Entscheidungsphase. Es wird demnach geprüft und abgewogen, ob die derzeitige Schiffbauhalle 8 vergrößert oder um eine weitere Halle etwas südlich ergänzt wird. Die Höhe einer möglichen neuen Halle läge dann bei 56 Metern.

Bauteile werden immer größer

Hintergrund für die Dimensionen sind die Abmessungen der Maschinenraumteile, die in Rostock für die Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft in Papenburg gebaut werden. Diese Schiffsteile werden immer größer. Strunck zufolge wäre dazu ein Hallenneubau auch aus Sicht des Emissionsschutzes vorteilhaft. „Außerdem können wir durch eine Verdichtung der Taktzeiten bei der Fertigung die Produktion von derzeit zwischen vier bis fünf auf künftig sieben bis acht Schwimmteile pro Jahr aufstocken“, so Strunck.

Im kommenden Jahr sollen in Rostock-Warnemünde bereits die ersten Teile für die neuen AIDA-Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, die eine Breite von 42 Metern haben werden. Die Schiffe werden 2019 und 2020 von der Papenburger Meyer Werft an AIDA Cruises abgeliefert. Zu dem Hallenneubau oder einer möglichen Erweiterung laufen Strunck zufolge bereits Gespräche mit Planern und Behörden, „um keine Zeit zu verschenken“.

Belegschaft soll stabil bleiben

Der Geschäftsführer will mit dieser Kapazitätserweiterung und der gesteigerten Produktivität auch die Belegschaft der Neptun Werft stabil erhalten. Derzeit arbeiten an dem Standort, der seit Mitte der 1990er-Jahre zur Meyer Werft gehört, 525 eigene Mitarbeiter, davon mehr als 40 Auszubildende und täglich bis zu 600 Mitarbeiter von etwa 150 Lieferanten. „Die Erweiterung des Bauprogrammes ist eine gute Chance zur Entwicklung und Stärkung des Werftstandortes Warnemünde“, betont Strunck.

Bis zum Jahr 2019 werden auf der Neptun Werft zwei Flusskreuzfahrtschiffe für Viking River Cruises, ein Gastanker für die niederländische Reederei Anthony Veder und eine Doppelendfähre für die Wyker Dampfschiffs-Reederei gebaut. Hinzukommen die Maschinenraummodule der Kreuzfahrtschiffe für die Werftstandorte im finnischen Turku und in Papenburg.