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„Wohlfühloase für Schüler schaffen“ Oberschule in Aschendorf bietet Arabischunterricht an

Von Jonas Brinker | 11.09.2017, 22:11 Uhr

Die Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf bietet mit Unterstützung der Diakonie und des Vereins für Aufsuchende Kirchliche Jugendarbeit (Aukiju) seit diesem Schuljahr Arabischunterricht an. Damit soll auch die Integration von Flüchtlingen gefördert werden.

„Es ist schon außergewöhnlich, dass wir in der Lage sind, arabischen Sprachunterricht anbieten zu können“, freut sich Schulleiter Claus Huth. Nach seinen Angaben ist die Schule in Aschendorf die einzige Oberschule im Altkreis Aschendorf-Hümmling, die das Angebot des Arabischen mit aufgenommen hat.

Seit diesem Schuljahr werden zehn Schüler in einer Wahlpflicht-AG in ihrer arabischen Muttersprache unterrichtet. Zusammen mit einer deutschen Kollegin gibt Mirafit Ankah vier Schulstunden in der Woche. Ankah stammt aus Syrien und ist vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Sie selbst war in ihrem Heimatland über 20 Jahre als Lehrerin für Kunst und Arabisch tätig und gibt nun ihr Wissen an die geflüchteten Jugendlichen weiter.

„Einige Schüler kommen nicht alphabetisiert nach Deutschland und können auch ihre Muttersprache noch nicht“, berichtet die Konrektorin der Oberschule Sandra Schulte. Vielen Mädchen und Jungen fiele es leichter, erst einmal in ihrer Muttersprache sicher zu werden, um dann auch Deutsch zu lernen. „Es ist eine Integrationshilfe. Für die Schüler schaffen wir eine Wohlfühloase, wenn sie ihre Muttersprache sprechen“, erklärt Schulleiter Huth.

Da die Landesschulbehörde Arabischunterricht noch nicht mit in den festen Lehrplan aufgenommen hat, wird der Unterricht nur als AG angeboten. Trotzdem sind Hausaufgaben zu erledigen und Arbeiten zu schreiben. „Die Schüler erhalten auch Zensuren“, sagt Schulte. Zudem bereitet der Unterricht die Schüler auf die Sprachprüfung am Ende der Schullaufbahn vor. So können sie zum Erwerb des Haupt- oder Realschulabschlusses statt einer Prüfung in Englisch auch eine in ihrer arabischen Muttersprache ablegen.

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Diakonie und Aukiju. „Wir stehen aber auch bei fachlichen Fragen zur Verfügung“, sagt Heike Wendt vom Diakonischen Werk Emsland-Bentheim. So bietet sie beispielsweise bei der Aufarbeitung von Flucht- und Kriegserfahrungen ihre Hilfe an.