Ein Artikel der Redaktion

Wissenschaftler bei Zukunftstagen 2017 Ideen zur Wirtschaftsförderung im Raum Papenburg-Dörpen

Von Gerd Schade | 30.05.2017, 22:38 Uhr

In der systematischen Förderung der Regionalwirtschaft schlummern große Potenziale – sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche. Das sagt Michael Kopatz, Projektleiter am Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie, der beim Unternehmertreffen zu den ersten Zukunftstagen für Papenburg und Dörpen am Freitag, 2. Juni 2017, im Alten Güterbahnhof in Papenburg referieren wird.

Zukunftsorientierung und nachhaltige Produktion blieben oftmals nur fromme Wünsche, sagt Kopatz im Gespräch mit unserer Redaktion. Letztlich könne ein gewinnorientiert ausgerichtetes Unternehmen nur das tun, was die von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen erlauben. Ziel müsse es sein, die Strukturen zu ändern und nicht die Menschen. So beschreibt es Kopatz auch in seinem Buchprojekt „Die Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten.“

Gezielte kommunale Förderkonzepte für eine systematische Stärkung der Regionalwirtschaft etwa im Rahmen der Wirtschaftsförderung gibt es nach Auffassung des Wissenschaftlers bislang jedoch so gut wie gar nicht. Dabei hätten Tauschringe, Repair-Cafés und Solidarische Landwirtschaft zurzeit Konjunktur. Vor allem in Süddeutschland setzen Kopatz zufolge viele Regionen auf Regionalwährungen in Form von Wertgutscheinen. Motto: Regionales Geld sichert regionale Arbeitsplätze. Im Rahmen von Kopatz‘ aktuellem Forschungsprojekt „Wirtschaftsförderung 4.0“ soll der Aufbau nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensformen vorangebracht und damit die kommunale wirtschaftliche Stabilität gestärkt werden. Dabei geht es vor allem um Initiativen, deren Handeln auf das Teilen, Tauschen, Reparieren und Kooperieren ausgerichtet ist. „Viele Menschen suchen nach Tätigkeiten, die vor Ort wirksam sind und einen unmittelbaren Bezug zur eigenen Lebenswelt haben“, sagt Kopatz. „Wirtschaftsförderung 4.0“ ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesforschungsministerium mit 150.000 Euro gefördert. Als Modellregion wurde die Stadt Osnabrück ausgewählt, in deren Rat Kopatz seit der Kommunalwahl 2016 die Grünen vertritt. Die Einführung einer Regionalwährung zum Ankurbeln des Lokalgeschäfts kann sich der Wissenschaftler auch für die Region Papenburg vorstellen. Eine solche Parallelwährung zum Euro lässt sich nur in der jeweiligen Region nutzen und soll damit der örtlichen Wirtschaft zugutekommen.

Von der Anmeldung bis zum Ideenwettbewerb: Alle Infos zu den Zukunftstagen finden Sie unter www.zukunfts-tage.de