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Willi Lemke zu Gast Werder-Chef lobt Engagement beim TuS Aschendorf

Von Gerd Schade | 01.07.2014, 13:39 Uhr

Trotz zeitweise sintflutartigen Regens hat der TuS Aschendorf eine gelungene Premiere hingelegt. Die Fußball-Turnierserie um den erstmals ausgetragenen Josef-Evering-Pokal war aus Sicht der Organisatoren ein Erfolg. Bei einem Sponsorentermin am Rande des Wettbewerbs berichtete Willi Lemke aus seinem Leben als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und Sonderberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden.

Mit dem Namensgeber für das Fußballturnier würdigt der TuS die Verdienste seines langjährigen Jugendwartes Josef Evering, der vor fünf Jahren verstarb. Seiner Witwe Änne überreichten die Organisatoren um Fußballobmann Oliver Grütze, Andrea Lammers, Johannes Richter, Hermann Abheiden, Stephan Neubert und Heiko Hagen einen Blumenstrauß. Die Turnierserie für knapp 50 Mannschaften (darunter auch Teams aus den Niederlanden) von den Minikickern bis zu den D-Junioren soll fest im Veranstaltungskalender des TuS verankert werden. Zum Auftakt am Freitagabend gab es ein Altherrenturnier, das die Gastgeber gewannen. Von Trainern und Betreuern der Jugendmannschaften gab es mehrfach Lob für die Ausrichtung der Großveranstaltung, zu deren Gelingen viele freiwillige Helfer des Traditionsvereins beitrugen. Auch Willi Lemke lobte die Art des Engagements. „Das ist der Kitt der Gesellschaft“, sagte er.

Sein Amt als UN-Sonderberater, das er seit 2008 innehat, sei „der beste Job, den ich je hatte. Toller noch als der bei Werder“. Lemke machte deutlich, dass er in dieser Funktion praktisch in aller Welt Projekte unterstützt, um dazu beizutragen, „dass sich Menschen die Hand geben, die sich vorher umbringen wollten“. Bei seiner Arbeit gehe es vielfach um kleine Projekte für Arme beispielsweise in Florida und im Kongo. Er räumte ein, dass es ihm früher nicht so bewusst gewesen sei, „dass man durchaus etwas verändern kann“. Das Wichtigste sei dabei Bildung – egal, ob in Moskau, New York oder São Paulo, sagte der frühere Bremer Bildungssenator (SPD). Die Proteste bei der Fußball-WM im Gastgeberland Brasilien seien gerechtfertigt.

Der 67-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass es ihm als Aufsichtsratschef bei Werder angesichts der Armut in der Welt („Fast 100 Millionen Menschen haben Zuhause kein frisches Wasser“) bei Gehaltsverhandlungen mit Bundesligaspielern beziehungsweise deren Beratern mitunter schwerfalle, nicht die Nerven zu verlieren. „Wir leben hier alle im Paradies. Aber wir wissen das nicht so richtig“, sagte Lemke, der auf Einladung von des Aschendorfer VGH-Versicherungsvertreters Heiko Engberts in die frühere Kreisstadt gekommen war.

Die aktuelle Situation bei Werder bezeichnete Lemke als „Besinnungsphase“. Die wirtschaftliche Situation der Hanseaten sei nicht mehr so rosig wie in der Vergangenheit. Allein durch die wiederholte Nichtqualifikation für die Champions League würden Werder jährlich 25 Millionen Euro fehlen. Sportlich sei die Talsohle erreicht. Nun soll es wieder aufwärtsgehen – allerdings ohne finanzielle Drahtseilakte. Lemke: „Wir werden unserer Devise treu bleiben und nur ausgeben, was wir auch einnehmen. Sonst müssen wir den Laden abmelden.“

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