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Wegen eigenmächtiger Verträge Papenburgs Landesgartenschau-Geschäftsführer gefeuert

Von Stefan Prinz | 04.03.2015, 15:06 Uhr

Lars Johannson ist als Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft abberufen worden. Die Gesellschafterversammlung hat damit am Mittwoch die Konsequenzen aus einem Vertrag gezogen, den Johannson eigenmächtig unterschrieben hatte.

Lars Johannson hatte im Herbst vergangenen Jahres mit dem Helmnot-Theater einen Vertrag in Höhe von 229000 Euro über das sogenannte Frühjahrs- und Herbstfunkeln im Papenburger Stadtpark unterzeichnet. Bereits im Sommer der Landesgartenschau hatte es solche Veranstaltungen gegeben, die Zehntausende Besucher in den Abendstunden in einen zauberhaft beleuchteten Stadtpart gelockt hatten.

Nach dem Erfolg dieser Funkeln-Veranstaltungen wollte Johannson nach eigener Aussage das touristische Programm der Stadt auch in diesem Jahr mit diesen Funkeln-Veranstaltungen bereichern. Er ging davon aus, dass er nach Ende der Landesgartenschau für eine neue Tourismusgesellschaft verantwortlich sei, die dann als Veranstalter die Verträge übernommen hätten. „Ich wollte einfach das Beste für die Stadt“ , sagte der abberufene Geschäftsführer gestern nach der Gesellschafterversammlung.

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) fühlt sich dagegen getäuscht. Auf Nachfrage habe ihm Johannson versichert, dass dieser die Verträge als Privatperson unterzeichnet habe und nicht „die Landesgartenschaugesellschaft an das ganze Paket gebunden hat“. Zumal Johannson wusste, dass er zum geplanten Zeitpunkt des Frühjahrs- und Herbstfunkelns gar nicht mehr im Amt des Gartenschau-Geschäftsführers sein würde. Das sei ein „erheblicher Vertrauensbruch“ gewesen, der die sofortige Abberufung zur Folge haben müsse.

Nachdem die neue Tourismusgesellschaft nicht zustande gekommen ist und die bestehende Papenburger Tourismusgesellschaft (PTG) sich weigerte, die Verträge von der Landesgartenschaugesellschaft zu übernehmen, sieht sich die Stadt mit Schadenersatzforderungen des Helmnot-Theaters konfrontiert. Über die Höhe dieser Forderung wollte der Bürgermeister allerdings keine Angaben machen. Sollte der Stadt dadurch ein finanzieller Schaden entstehen, werde die Stadt prüfen, ob sie Johannson dafür haftbar machen könne, so Bechtluft.

Der Bürgermeister betonte, dass die Abberufung Johannsons nichts mit den 3,4 Millionen Euro ungeplanten Mehrausgaben zu tun habe. Nach Ende der Landesgartenschau hatte sich herausgestellt, dass die städtischen Gesamtausgaben für die Gartenschau 5,8 Millionen Euro betragen. Ursprünglich war mit einem Zuschuss von lediglich 2,4 Millionen Euro kalkuliert worden.

Johannson hat bereits eingeräumt, dass er Rechnungen unterschrieben habe, für die er eigentlich die Genehmigung der Gesellschafterversammlung benötigt hätte. Johannson führt das auf den großen Zeitdruck im Tagesgeschäft der Landesgartenschau zurück. Der Dreijahresvertrag von Johannson wäre regulär Ende dieses Monats ausgelaufen.

Neuer Gartenschau-Geschäftsführer wird Papenburgs Wirtschaftsförderer Heinz Walker.

Weitere Informationen zur Landesgartenschau in Papenburg finden Sie auf www.noz.de/landesgartenschau