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Freiwillige Feuerwehren im Emsland Was es bedeutet, auch an Weihnachten einsatzbereit zu sein

Von Talea Norda | 24.12.2019, 08:42 Uhr

Die einen feiern mit der Familie, andere retten vielleicht Leben. Auch an Heiligabend müssen ehrenamtliche Feuerwehrleute im nördlichen Emsland einsatzbereit sein. Doch was bedeutet es, an Weihnachten rausrücken zu müssen?

„Wir sind alle immer auf Bereitschaft, grade an Heiligabend achten wir darauf, sofort losfahren zu können“, sagt Jan-Richard Wiels von der Freiwilligen Feuerwehr Papenburg-Obenende im Gespräch mit unserer Redaktion. Alle Mitglieder seien zuhause, hätten ihren Melder aber immer dabei und seien somit stets rufbereit. Es komme jedoch darauf an, wie viele Freiwillige bei einem Einsatz gebraucht werden. „Unsere Familien kennen es gar nicht anders. Wir sind seit etwa fünf Jahren in der Feuerwehr, es gehört einfach dazu“, erzählt Wiels.

„Heiligabend passiert immer etwas, genauso wie an Silvester. Vergleichsweise auch mehr als an anderen Tagen“, meint Tobias Meyer, ebenfalls Mitglied in der Obenender Feuerwehr. „Aber an Heiligabend geht man noch einmal vorsichtiger mit der Situation um.“ Apropos Vorsicht: Wiels appelliert daran, mit Kerzen besonders vorsichtig umzugehen, um Gefahren zu vermeiden.

Wiels zufolge habe man immer im Kopf, dass der Melder jeden Moment losgehen könnte. Doch an Heiligabend würden einem noch tausend andere Sachen durch den Kopf gehen. „An Feiertagen gibt es immer einen bitteren Beigeschmack, das gehört dazu, aber es ist trotzdem nochmal anders“, sagt Wiels. Auch würde man sich beispielsweise bei schweren Verkehrsunfällen die Frage, warum das passiert sei, häufiger stellen, da man doch eigentlich bei der Familie sei.

Zudem habe die Feuerwehr inzwischen grundsätzlich viel mit Respektlosigkeit zu kämpfen, erzählt Meyer. An Feiertagen sei dies jedoch nicht so. „Viele kommen am nächsten Tag zum Feuerwehrhaus und bedanken sich“, sagt Feuerwehrmitglied Franziska Feimann.

Einsätze an Feiertagen beschäftigen die jungen Einsatzkräfte mitunter noch mehr als ohnehin schon. „Nach Einsätzen reden wir darüber und irgendwann verarbeitet man das auch", erklärt Feimann. Sie hebt in diesem Zusammenhang die Freundschaft innerhalb der Feuerwehr besonders hervor. Nach Einsätzen könne jeder mit jedem reden und dies erleichtere das Verarbeiten.