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Vorwurf der Nötigung Meyer Werft will Betriebsratschef Ergin kündigen

18.09.2015, 18:21 Uhr

Die Meyer Werft in Papenburg will ihrem Betriebsratsvorsitzenden Ibrahim Ergin fristlos kündigen. Er soll in den Jahren 2011 und 2012 junge Werftmitarbeiter dazu gedrängt haben, in die IG Metall einzutreten.

Die Werft teilte am Freitagnachmittag mit, dass dem Betriebsrat eine Anhörung „zu einer fristlosen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds“ zugestellt worden ist. Der Unternehmensleitung lägen „konkrete Hinweise“ vor, dass „dieses Mitglied des Betriebsrates in mehreren Fällen andere Mitarbeiter zu einer Unterschrift genötigt hat“. Vertreten werde man auch bei diesem arbeitsrechtlichen Verfahren von der Oldenburger Kanzlei Hühne, Klotz & Partner. Weitere Einzelheiten werde man aus juristischen Gründen vonseiten des Unternehmens nicht preisgeben.

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Günter Geerdes, wurde auf Anfrage unserer Redaktion konkreter. Er bestätigte, dass am Freitag der Betriebsrat über die angestrebte fristlose Kündigung Ergins und die im Raum stehenden Vorwürfe informiert worden sei. Demnach solle Ergin in den Jahren 2011 und 2012 junge Mitarbeiter dazu gedrängt haben, Mitglied in der Gewerkschaft IG Metall zu werden.

Umgehend habe man sich als Betriebsrat gemeinsam mit den Vertrauensleuten mit der zugestellten Anhörung befasst.

Wie Geerdes betonte, ist man auf Arbeitnehmerseite einhellig der Meinung, dass die Vorwürfe gegen Ergin „völlig haltlos“ sind. „Wir stehen uneingeschränkt hinter Herrn Ergin“, stärkte Geerdes dem Betriebsratsvorsitzenden den Rücken. Momentan liefen die Beratungen darüber, wie man als Betriebsrat in die Anhörung gehe, die am Montag stattfinden werde.

Als „merkwürdig“ bezeichnete es Geerdes, dass Vorwürfe gegen Ergin erhoben werden, die Jahre zurückgreifen würden. Ergin habe sich in den Jahren der Zusammenarbeit stets korrekt verhalten.

Ibrahim Ergin war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er ist einer von insgesamt sechs hauptamtlichen Betriebsräten auf der Werft.