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Von Emden nach Rostock geschleppt Erste Sektionen für Meyer-Schiff „AIDAnova“ fertig

Von Christoph Assies | 15.06.2017, 19:21 Uhr

Von Emden aus sind in der vergangenen Woche die ersten beiden Sektionen für das Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“, das auf der Papenburger Meyer Werft gebaut wird, nach Rostock geschleppt worden.

Durch den Nord-Ostsee-Kanal wurden die Teile zur Neptun Werft, dem Schwesterunternehmen der Meyer Werft gezogen, wo sie mit dort gefertigten Blöcken zum Maschinenraum verschweißt werden. Die Neptun Werft baut alle Maschinenraum-Module für die Kreuzfahrtschiffe, die in Papenburg und Turku gebaut werden. Dafür errichtet das Unternehmen eine neue Produktionshalle. Sie ist nach Angaben von Werftsprecher Günther Kolbe derzeit in der Genehmigungsphase und soll 2018 betriebsbereit sein. Bis dahin werden die Elemente in der vorhandenen Montagehalle gebaut.

Das fertige Maschinenraumteil für die „AIDAnova“ soll Kolbe zufolge im Herbst in Papenburg eintreffen. Das später 337 Meter lange Schiff ist das erste, das mit als umweltfreundlich geltenden Flüssigerdgasantrieb (LNG) betrieben wird und im November 2018 in Dienst gestellt wird. Gefertigt wurden die ersten Sektionen auf dem Gelände der Emder Nordseewerke. Die Meyer Werft hatte im vergangenen Jahr einen Vertrag für die Zusammenarbeit mit der Ems Schiffbau GmbH, einem Unternehmen der Emder Dirks Group und der Nordseewerke Emden Shipyard GmbH geschlossen. Die mehrere Hundert Tonnen schweren Teile für die „AIDAnova“ sind die ersten Elemente für die Meyer Werft aus Emden.

Die „AIDAnova“ wird das größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff und Platz für über 6000 Passagiere in 2500 Kabinen bieten Es ist das erste von zwei Schiffen der neuen Helios-Klasse. Ein Schwesterschiff soll 2021 von den Papenburgern an die Rostocker Reederei Aida Cruises abgeliefert werden.

Bereits von 2007 bis 2013 hatte die Meyer Werft sieben Kreuzfahrtschiffe der sogenannten „Sphinx-Klasse“ für Aida gebaut. Es war damals die größte zusammenhängende Schiffsserie in der Geschichte des Papenburger Traditionsunternehmens. Danach vergab Aida vor sechs Jahren zwei Aufträge nach Japan (Mitsubishi Heavy Industries). Im Sommer 2015 entschloss sich der Kreuzfahrtkonzern, der zum Weltmarktführer Carnival Corporation gehört, zur Rückkehr nach Papenburg.