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Volle Rückendeckung für Anno Immenga SPD nominiert Sögeler einstimmig zum Landtagskandidaten

Von Gerd Schade | 21.03.2017, 22:24 Uhr

Mehr geht nicht: Mit 100 Prozent der Stimmen haben die Delegierten der SPD-Landtagswahlkreiskonferenz am Dienstagabend in Papenburg Anno Immenga zu ihrem Landtagskandidaten nominiert. Damit steht der erste direkte Herausforderer von Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU, Dörpen) fest.

Der 46-jährige Sögeler dankte unmittelbar nach seiner Kür im Hotel Hilling durch die knapp 40 Delegierten aus dem Wahlkreis 82, der das nördliche Emsland umfasst, für die Vorschusslorbeeren. Zugleich zeigte sich Immenga fest entschlossen, Busemann im Rennen um das direkte Landtagsmandat dessen vertrautes Terrain abzujagen: „Ich will diesen Wahlkreis gewinnen“, sagte er unter dem Beifall der Delegierten, die vor der geheimen Abstimmung von der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Johanne Modder auf die Bundes- (24. September) und die Landtagswahl (18. Januar 2018) eingeschworen worden waren. Im Vorfeld der Versammlung hatte Ralf Diedrichs aus Aschendorf, der bereits 2013 für die Sozialdemokraten ins Rennen gehen wollte, seine Kandidatur zugunsten Immengas zurückgezogen.

Der Sögeler mit niederländischen Wurzeln, der sich seit zehn Jahren kommunalpolitisch engagiert, lenkte die Aufmerksamkeit zu Beginn seiner Bewerbungsrede auf eine Tasse aus dem Landtag. Die hatte der Pädagoge – Immenga ist als Berufsschullehrer in Papenburg tätig – bei einer Preisverleihung für eine Schülergruppe, die bei einem europäischen Wettbewerb mitgemacht hatte, bekommen. Busemann habe sie ihm seinerzeit persönlich überreicht. „Vielleicht bringe ich sie ihm zuhause vorbei, wenn er nicht mehr im Landtag sitzt – als nette Erinnerung“, sagte Immenga.

Vater von drei Kindern

Der Sozialdemokrat ist verheiratet und Vater von drei Kindern. An den Berufsbildenden Schulen Papenburg ist er Fachobmann für Politik und Geschichte. Zudem koordiniert er europäische Austauschprogramme. Nach dem Abitur am Hümmling-Gymnasium und einem Abstecher in die Hotelbranche absolvierte Immenga eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Im Anschluss daran nahm er ein Studium in Wirtschaftspädagogik aus. Bevor er sich der Politik widmete, trat er als Organisator größerer Veranstaltungen auf. Zu den größten zählt der 46-Jährige das Emslandfestival 1995 in Meppen. Politisch engagiert sich Immenga unter anderem als stellvertretender Bürgermeister, Fraktionschef und Samtgemeindeverbandsvorsitzender seiner Partei.

SPD reklamiert Wechselwillen

Der Sögeler hat einen langsamen, aber stetigen Wechselwillen im Emsland ausgemacht. „Es geht – auch der Emsländer kann SPD wählen“, sagte er und listete die Zuwächse seiner Partei bei den Kommunalwahlen 2016 unter anderem in Sögel, Lathen und Papenburg auf. Bei der CDU ginge inzwischen die Angst um, dass man eine Wahl auch verlieren könne. „Jetzt liegt es an uns, diese Chance zu nutzen“, rief Immenga den Genossen zu.

CDU hat Muffensausen“

Die Erfolge der SPD könnten sich sehen lassen. Als Beispiele nannte er die Abschaffung der Studiengebühren, den Doppelhaushalt ohne Nettoneuverschuldung sowie die als Nächstes geplante Beitragsfreiheit für Kitaplätze. „Alles Gute, dass Deutschland in den vergangenen vier Jahren widerfahren ist, stammt aus der Feder der SPD“, betonte Immenga.

Modder, die mehrfach vom aus ihrer Sicht spürbaren Rückenwind durch den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz schwärmte, bescheinigte dem Noch-Koalitionspartner CDU auf Bundesebene „richtig Muffensausen“. Schulz sei eine echte Alternative und es sei an der Zeit, „dass die amtsmüde Kanzlerin Angela Merkel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wird“.