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Villa Dieckhaus VHS Papenburg: Nach Millionen-Mehrkosten endlich fertig

19.08.2014, 21:40 Uhr

Die Sanierung der Papenburger Villa Dieckhaus hat rund 1,5 Millionen Euro mehr gekostet als geplant. Das VHS-Gebäude befand sich in einem unerwartet schlechten Zustand. Jetzt sind alle Probleme gemeistert, im September wird Eröffnung gefeiert. Geschäftsführer Karl-Heinz Menke macht der Stadt damit ein beeindruckendes Abschiedsgeschenk.

 Eigentlich war eine Eröffnung des Bildungs- und Kulturzentrums schon für diesen Sommer vorgesehen, doch zu halten war dieser Termin nicht. Jetzt steht ein neues Datum fest: Am 18. September soll die offizielle Eröffnung stattfinden. Nach einer Bauzeitverzögerung von drei Monaten und Mehrausgaben in Millionenhöhe ist die Sanierung nun so gut wie abgeschlossen. Bei Beleuchtung, Heizungsanlage und Brandmeldesystem fehlt lediglich der letzte Feinschliff.

Der angefügte Neubau war dabei nicht das Problem. Die dafür veranschlagten drei Millionen Euro wurden nicht überschritten. Anders verhielt es sich bei der Sanierung der Altbauten Villa und Kutscherhaus. Der katastrophale Zustand dieser Gebäude war der Grund für die Verzögerungen. Hier wurden aus der veranschlagten eine Million Euro weit mehr als zweieinhalb Millionen. „Wäre die Villa in Privatbesitz gewesen, hätte man durchaus darüber nachgedacht, diese abzureißen“, weiß der zuständige Architekt Berthold Henschel. Ist die öffentliche Hand jedoch der Besitzer solch alter Gebäude, ist sie zur Instandhaltung und Sanierung verpflichtet, erklärt Henschel.

Vier Institutionen bilden das neue „Bildungs- und Kulturzentrum Villa Dieckhaus“: Die Volkshochschule (VHS), der Kulturkreis Papenburg, die Stadtbibliothek KÖB sowie die Religionspädagogische Arbeitsstelle sind bereits Ende Juni in die Räumlichkeiten eingezogen.

Die Institutionen haben damit jedoch nicht nur räumlich zusammengefunden, sondern sollen auch sonst stärker zusammenarbeiten. Das gilt nicht nur für die Nutzung der neuen Räumlichkeiten, sondern auch bei Serviceleistungen wie den Anmeldungen für Angebote.

Die neuen Räumlichkeiten bieten jedoch auch stärkere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Politik und Wirtschaft. „Wir wollen verstärkt mit Firmen zusammenarbeiten“, so Karl-Heinz Menke, Geschäftsführer der VHS Papenburg, und verrät, dass derzeit eine Broschüre für solche Kunden in Bearbeitung ist. Eine Kooperation mit der Stadt Papenburg sei ebenfalls absehbar. So könnten auch Rats- oder Ausschusssitzungen in den Räumlichkeiten stattfinden, meint Menke. Mit dem Ende der Sanierungsarbeiten sieht Menke seine Aufgabe für die VHS erfolgreich abgeschlossen. Mit Natascha Hartleif steht seine Nachfolgerin bereits fest. Dass der Sanierungsbedarf viel höher war als veranschlagt, liegt daran, dass die Mängel vor den Bauarbeiten nicht entdeckt werden konnten. Handwerker und Architekten hatten hauptsächlich unter nicht angefertigten Aufzeichnungen früherer Bautätigkeiten zu leiden. So wurde unter dem Eingangsbereich ein alter Öltank gefunden, inklusive Tausender Liter Altöl. Andernorts fehlten Stützbalken.