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Verwaltung lehnt Vorschlag ab UBF: Herbrumer Halle in städtischen Eigenbetrieb

Von Gerd Schade | 22.01.2017, 17:01 Uhr

Die Debatte um die Zukunft der Herbrumer Mehrzweckhalle geht weiter. Um einen Abriss des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes zu vermeiden, fordert die UBF-Fraktion im Rat der Stadt Papenburg eine Überführung in den städtischen Eigenbetrieb. Die Stadtverwaltung hält das für nicht zielführend. Das UBF schließt derweil als letzte Konsequenz auch einen Abbruch nicht aus.

In einer Pressemitteilung macht der Fraktionsvorsitzende des Unabhängigen Bürgerforums (UBF), Gerhard Schipmann, Druck. Auch wenn Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU), wie zuletzt in einem Gespräch mit unserer Redaktion geäußert, einen Abriss der maroden Mehrzweckhalle in Herbrum für politisch nicht durchsetzbar hält, müsse zeitnah eine Entscheidung getroffen werden, fordert Schipmann. Seit fast vier Jahren werde versucht, eine einvernehmliche Lösung mit den Vereinen in Herbrum zu erreichen. Leider seien alle Versuche gescheitert, so Schipmann.

Ende 2014 hatte der Jugend-, Sozial- und Sportausschuss beschlossen, die Halle mithilfe von Dritten und einem festen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro auf Vordermann zu bringen. Die Stadt hatte dem Sportverein Herbrum den Betrag als Investitionskostenzuschuss für eine Sanierung in Eigenregie in Aussicht gestellt, wenn er fortan die Betriebskosten trägt. Dem Verein ist das zu wenig .

Schipmann skizziert nun die Überführung der Halle in den städtischen Eigenbetrieb als eine Möglichkeit zum Erhalt. Er habe dies bereits mehrfach angeregt, sein Vorschlag habe aber bis heute keine Beachtung gefunden.

Sollten alle Versuche für eine Lösungsfindung scheitern, bleibt nach Auffassung des UBF nur noch der Abriss. Den würde die Fraktion zwar bedauern, „aber als notwendig betrachten um den fortschreitenden Verfall vorzubeugen“ so Schipmann.

Nach Auffassung der Stadtverwaltung ist hingegen „bisher nicht ersichtlich, warum die Mehrzweckhalle Herbrum in den städtischen Gebäudebetrieb überführt werden sollte“, wie Stadtsprecher Heiko Abbas auf Anfrage unserer Redaktion erklärte. „Der Eigenbetrieb bewirtschaftet auch sonst keine Sporthallen im Stadtgebiet, die keine Anbindung an eine Schule haben.“

Bechtluft hatte den Betrag im Gespräch mit unserer Redaktion als „unmoralisches Angebot“ bezeichnet. Abbas erklärt nun, warum: „Er hat sich darauf bezogen, dass bei dem Vorschlag aus dem Ausschuss 2014 bereits absehbar hätte sein müssen, dass diese Grundbedingungen eine zeitnahe und realisierbare Lösung fast unmöglich machten. Dies hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren dann auch bewahrheitet. Insbesondere die Übernahme von ca. 30.000 Euro laufenden Betriebskosten pro Jahr durch einen kleinen ehrenamtlich getragenen Verein wie den SV Herbrum war und ist unrealistisch.“

Um die Hängepartie endlich zu beenden, braucht es nach Auffassung der Verwaltung ein klares Votum der Politik, ob die Halle wieder für einen „mindestens siebenstelligen Betrag“ erneuert und betriebsbereit gemacht werden soll oder nicht. Die intensiven Bemühungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass das für einen Betrag wie etwa 500.000 Euro nicht realistisch sei. Im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung fünf Kostenmodelle für die Halle entwickelt. Sie reichen vom ersatzlosen Abriss bis zur Komplettinstandsetzung als Sport- und Veranstaltungshalle für 1,8 Millionen Euro.

Abbas gibt zu bedenken, dass die Stadt angesichts der großen Sanierungs- und Neubauvorhaben in der Stadt, allen voran die Seeschleuse und der Mittelkanalschule kaum Spielraum für weitere Millionenausgabe sei. Und doch müsse ein Weg gefunden werden, „wie man eine Lösung für diese Herausforderung der Mehrzweckhalle erarbeiten kann“.

Der Stadtsprecher verweist darauf, dass die Stadt weiterhin im Städtebauförderprogramm für Aschendorf, Rhede, Lehe und Herbrum aktiv sei. Dort werden nach seinen Worten 30.000 Euro als Projektmittel zur Verfügung gestellt, um ein Nutzungskonzept und Anforderungen für die Zukunft am Standort der Mehrzweckhalle zu erarbeiten. „Hier können sich die Herbrumer umfangreich einbringen und es kann am Ende ein förderfähiges Konzept dabei herauskommen“, so Abbas.

Im Mai 2013 hatte der Stadtrat überraschend für eine Sanierung der Halle gestimmt.

Das UBF hatte vor einem Jahr dafür plädiert, den vorgesehenen Investitionskostenzuschuss aus dem Haushalt zu streichen und das Geld anderweitig zu verwenden.