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Veränderte Optik für Millionenobjekt gegenüber dem Rathaus Papenburg:„Die Kanzel ist weg“

Von Klaus Dieckmann | 17.09.2011, 07:43 Uhr

„Die Kanzel ist weg.“ Mit diesen Worten bringt Lukas Kampeling (CDU) zur humorvollen Erbauung der Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Papenburger Stadtrats seine Zustimmung zum neuen Gestaltungsentwurf für den Gastronomie- und Hotelkomplex gegenüber dem Papenburger Rathaus auf den Punkt.

Einstimmig hatte der Ausschuss (wie bereits kurz berichtet) bei seiner Sitzung am Donnerstag im neuen Jugendgästehaus an der Kirchstraße die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das mit acht Millionen Euro veranschlagte Objekt beschlossen. Verbunden mit dem einhelligen Votum für den Bebauungsplan Nr. 32 „An der St.-Antonius-Kirche“ sind baugestalterische Festsetzungen.

Zielrichtung von Politik und Verwaltung ist es, den geplanten dreigeschossigen Komplex des Investors Willy Lückmann in die städtebauliche Optik rund um Rathaus und St.-Antonius-Kirche zu integrieren. Mit seinem gegenüber den ersten Ansichten modifizierten Entwurf, der eine ruhigere Fassadengestaltung sowie den Verzicht auf den geplanten Erker („die Kanzel“) an der Gebäudeecke in Richtung St.-Antonius-Kirche vorsieht, wird Lückmann nach Auffassung der Ausschussmitglieder diesen Ansprüchen gerecht und überzeugt das Ratsgremium.

„Etwas weniger ist mehr“, beschreibt stellvertretender Bürgermeister Jürgen Broer (SPD) seinen Eindruck von der neuen Ansicht. „Wir brauchen an der Stelle kein zweites Rathaus“, blickt Broer auf die Ablehnung des ersten Entwurfs zurück, der seiner Einschätzung nach zu viele architektonische Zitate des historischen Rathausbaus aufwies. Mit den überarbeiteten Planzeichnungen zeige sich die SPD-Fraktion zufrieden.

Fertigstellung bis 2014

Ähnliche Stimmen klingen von Wilhelm Kröger (UBF), Christa Ruhoff (FDP) und Günter Buss (Grüne) an. Unter dem Strich wird das Vorhaben als „Bereicherung“ für den Stadtmittebereich um Rathaus und Antoniuskirche gesehen. Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan eröffnet sich für Investor wie Stadt gleichermaßen die Chance, das Vorhaben noch bis zur Blumenschau im Jahr 2014 realisiert zu sehen.

Dem geplanten dreigeschossigen Gebäude müssen mehrere Altbauten an der Ecke zur Antoniuskirche weichen. In dem neuen Komplex sollen gastronomische Einrichtungen, Hotel, Einkaufsmöglichkeiten, Apartments und Wohnungen entstehen. Dabei ist für das Kellergeschoss eine Nutzung für Gastronomie und Einzelhandel ausgewiesen. Im Erdgeschoss siedeln sich weitere gastronomische Angebote sowie Hotelbereiche an. Die erste Etage soll dem Beherbergungsangebot vorbehalten bleiben, sodass sich das Angebot des Hotels auf insgesamt 56 Betten beläuft. Das Obergeschoss ist ausgelegt für Apartments, Wohnungen und Penthouses.

Neuer Kirchvorplatz

Über den Neubaukomplex hinaus lenkt Ausschussvorsitzender Sascha Kleinhaus (CDU) derweil den Blick auch auf Überlegungen der Kirchengemeinde St. Antonius zur Umgestaltung des Kirchvorplatzes. So seien auch schon Abstimmungsgespräche zwischen Lückmann Vertretern von Kirchengemeinde sowie Bistum erfolgt. Und Kleinhaus unterstreicht weiter: Wenn beide Vorhaben bis zur Blumenschau in drei Jahren verwirklicht werden könnten, wäre dies für die Stadt „ein gelungener Wurf“.