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Typisierungsaktion am 12. Februar Mutter aus Walchum kämpft gegen Blutkrebs

Von Petra Glandorf, Petra Glandorf | 03.02.2017, 18:32 Uhr

Die 41-jährige Cornelia Kappen aus Walchum ist an Leukämie erkrankt. Für die zweifache Mutter sowie für andere Blutkrebs-Erkrankte, die eine Stammzellenspende benötigen, findet am Sonntag, 12. Februar 2017, unter dem Motto „Rettet unsere Mama!“ eine Typisierungsaktion im Heimathaus statt.

Akute myeloische Leukämie – kurz AML – heißt die Diagnose bei „Conny“ Kappen. Zu ihrer Familie gehören ihr Ehemann Manfred und die Kinder Tristan (16) und Tamea (14). Ihre Krankengeschichte beginnt vor etwa zwei Monaten. Anfängliche Erkältungserscheinungen mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit schreiben der 41-Jährigen die Einnahme von Antibiotika vor. Doch die Medikamente schlagen nicht an. Ein sechswöchiges geplantes Praktikum kann Kappen nur zwei Wochen absolvieren. In der Vorweihnachtszeit stellt sie Wassereinlagerungen im Gesicht und an weiteren Körperteilen fest. „Ich habe mich auf Fotos gesehen und fand, dass ich mich verändert habe.“

An Heiligabend kommen Zahnschmerzen hinzu. „Ich dachte, ich hätte eine Zahnfleischentzündung“, berichtet Kappen im Gespräch mit unserer Redaktion. Zusätzlich kann sie sich überhaupt nicht mehr bewegen. Da viele Zahnarztpraxen während der Feiertage rund um den Jahreswechsel geschlossen haben, sucht sie ihren Hausarzt auf und bittet um Abhilfe durch Schmerzmittel.

Dem Mediziner lässt der Krankheitsverlauf jedoch keine Ruhe. Er nimmt ein großes Blutbild ab. Für ihn deutet das Äußere seiner Patientin auf eine andere Krankheit hin. Das Ergebnis des Blutbildes trifft innerhalb kürzester Zeit ein.

Cornelia und Manfred Kappen werden daraufhin unverzüglich gebeten, die Praxis aufzusuchen. Sie erhalten die Diagnose einer Blutkrankheit. Es folgt eine Überweisung in eine Klinik nach Oldenburg, in der sie bis 18 Uhr eintreffen soll. „Ich habe es nicht begriffen“, sagt Kappen, „und habe dem Doktor gesagt, dass ich Anfang Januar in Prüfungen stehen würde. Er solle mir bitte eine Tablette verschreiben, damit das Blut gesund wird.“

Beim Verlassen der Praxis überkommt Cornelia Kappen allerdings ein mulmiges Gefühl, denn sie spürt die Blicke der Anwesenden. Bis heute kann sie nicht definieren, ob es Einbildung oder der Ausbruch von Angst gewesen ist. Der große Schock erfolgt jedoch beim Kaffee zu Hause und beim Durchlesen des Arztberichtes. Am Ende des Textes hieß es: „…Verdacht auf Leukämie“.

Die Überzeugung, dass es ein Versehen und in der weiterbehandelnden Klinik ein anderer Befund herauskäme, zerfiel wie Glas. Am folgenden Tag bestätigen die Mediziner in Oldenburg mit einer 80-prozentigen Sicherheit die Diagnose Leukämie. Die fehlenden Prozente seien nur die Frage, um welche Art von Leukämie es sich handelt und es beginnt direkt die erste Chemotherapie in Tablettenform, die bis zum 2. Januar andauert. Am 3. Januar erfolgt der erste Chemoblock per Infusion. Dauer: Sieben Tage à 24 Stunden. Bei gutem Verlauf beginnt der zweite Chemoblock am 6. Februar. In Planung stehen insgesamt fünf Blöcke. Nach dem zweiten ist eine Transplantation von Stammzellen angedacht. Daher sollte sich schnellstens ein Spender finden.

„Ich habe mich eigentlich nie schlecht gefühlt und ich will mich auch weiterhin nicht schlecht fühlen, denn ich habe noch keine Zeit, zu gehen. Ich habe noch viele Pläne. Mein Ziel ist es, als alte Frau einfach so einzuschlafen und mich nicht durch so eine Krankheit kaputtmachen zu lassen. Ich weiß, dass ein kleiner Teil von mir krank ist, der große Teil jedoch ist gesund“, sagt Cornelia Kappen. Sie will kämpfen.