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„Teurere Fahrscheine gewollt?“ UWG prangert Papenburger Preispolitik für Nahverkehr an

Von PM. | 29.12.2016, 20:42 Uhr

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Papenburg kritisiert das Fahrpreissystem für den Öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt scharf. In einer Pressemitteilung unterstellt der 2. UWG-Vorsitzende Nico Schepers der Verwaltung, das Vergraulen von Fahrgästen und „fast schon Abzocke“.

Schepers untermauert die Kritik der UWG mit der aktuellen Preispolitik. Derzeit kostet beispielsweise eine Einzelfahrt vom Obenende (Umländerwiek) zum Untenende (Rathaus) 1,90 Euro. Für eine 9er-Mehrfahrtenkarte werden hingegen 23,50 Euro fällig. „Jeder Schüler einer Grundschule erkennt hier, dass selbst zwölf Einzelfahrscheine günstiger sind als eine 9er-Mehrfahrtenkarte“, erklärt Schepers und fragt sich, ob teurere Fahrscheine in Papenburg gewollt seien. Bereits im Sommer 2015 habe die UWG festgestellt, dass es im Verhältnis teils erhebliche Preisdifferenzen zwischen Einzelfahrscheinen und Mehrfahrtenkarten in Papenburg gibt. Die UWG habe den Linienbetreiber darauf mehrfach hingewiesen.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), die für die Vergabe der Linien und deren Qualitätssicherung verantwortlich ist, verwies in einem Schreiben an die UWG auf den politischen Willen. Demnach wurde bei Gründung der Tarifgemeinschaft Emsland Mitte/Nord eine Zuordnung der Stadt Papenburg zu drei regionalen Tarifzonen vorgenommen. „Als politische Forderung galt damals, dass bei Einzelfahrten innerhalb der Stadt Papenburg jedoch der Fahrpreis für eine Zone berechnet werden soll. Für die Mehrfahrkarten bestand diese Forderung jedoch nicht, was im vorliegenden Fall den höheren Preis erklärt. Es ist zutreffend, dass wir hierzu unsere Zustimmung erteilt haben“, heißt es in dem Schreiben der LNVG, das unserer Redaktion vorliegt, weiter.

Die UWG stellt sich Schepers zufolge deshalb nun die Frage, „ob es in Papenburg seitens der Stadt, möglicherweise gewollt ist, Bürger, welche den Stadtbus häufiger nutzen möchten, zu vergraulen oder fast schon abzuzocken“. Europaweit sei es üblich, seinen Fahrgästen eine Mehrfahrtenkarte anzubieten um sie an den Linienverkehr zu binden, indem er etwas spart.