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„Start- und Endpunkt sind unumstritten“ Zeitrahmen für den Bau einer Umgehungsstraße um das Obenende weiter offen – Sicherungsplanung

Von Klaus Dieckmann | 22.09.2011, 07:46 Uhr

„Der Start- und der Endpunkt sind unumstritten.“ Mit diesen Worten umreißt Stadtbaurat Dirk Landeck den Stand der Planungen für den Bau einer Entlastungsstraße um das Papenburger Obenende. Die eventuelle Trassenführung sowie auch ein Zeitrahmen für die Verwirklichung der gut sechs Kilometer langen Umgehung sind nach derzeitigem Stand aber weiterhin offen.

Aktuell in das Blickfeld gerückt hatte die bereits seit rund einem Jahrzehnt währenden Überlegungen der Stadt ein Beschluss des Bau- und Umweltausschusses zur Änderung des Bebauungsplans für eine Freifläche an der Ecke Erste Wiek/Quandtsweg. Der Entwurf markiert das Areal als Einmündung einer neuen Straße auf die Erste Wiek links. Landeck wertet die Festschreibung als „Sicherungsplanung“ auf dem Weg zu einer künftigen Entlastungsstraße um den Stadtteil Obenende.

Folgt der Verwaltungsausschuss des Stadtrats auf seiner Sitzung in der kommenden Woche der Empfehlung des Bauausschusses, könnten die Planungen Mitte Oktober in das Auslegungsverfahren gehen, skizziert Matthias Heyen, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage das weitere Prozedere. Für einen Monat liegt der Entwurf im Rathaus dann zur öffentlichen Einsicht aus. In dieser Zeit können Bürger Anregungen und Bedenken zu dem Vorhaben geltend machen. Über die Verabschiedung des Bebauungsplans als Satzung unter Berücksichtigung der eingegangenen Einwendungen entscheidet abschließend der Rat der Stadt.

Die Ecke Erste Wiek/Quandtsweg ist auf dem Weg zur Realisierung einer nordöstlichen Umgehungsstraße für Papenburg allerdings nur ein Etappenziel. Der Bogen soll sich – ausgehend von der Friesenstraße – über die Schnittpunkte Flachsmeerstraße und Erste Wiek bis zur Ampelkreuzung Rheiderlandstraße/Splitting spannen. Damit wäre der „große Wurf“ eines Rings um die Stadt erreicht, wie Bürgermeister Jan Peter Bechtluft es im November 2006 bei der Freigabe der Nordtangente (Overledinger Straße) ausdrückte.

Kurzer Rückblick: In zwei Bauabschnitten verwirklichte die Stadt Papenburg Mitte der 2000er-Jahre die Nordtangente entlang der Grenze zur Gemeinde Westoverledingen. Einschließlich des Baus des Kreisverkehrs an der Friesenstraße investierte die Kommune in den 2,4 Kilometer langen Abschnitt, der auf die Flachsmeerstraße mündet, rund 3,3 Millionen Euro. Der nächste Brückenschlag zur weiteren Entlastung der vom motorisierten Durchgangsverkehr stark frequentierten innerstädtischen Straßenabschnitte am Obenende steht noch aus.

Knackpunkt ist nach wie vor die Trassenführung für den östlichen Abschnitt der geplanten Umgehungsstraße zwischen Erster Wiek und Rheiderlandstraße. Stadtbaurat Landeck: „Hier gibt es zahlreiche Planungsvarianten.“ Zuversichtlich zeigt sich Landeck derweil, dass die Nordtangente mittelfristig ab der Flachsmeerstraße über den bereits geschaffenen Anknüpfungspunkt hinaus bis zur Ersten Wiek verlängert werden kann. Zwar sei auch hier die genaue Streckenführung noch nicht festgelegt, gleichwohl zeichne sich eine Option für einen möglichen Verlauf ab. Vor einem möglichen Baustart (Stadtsprecher Heyen: „Ein Zeitplan liegt noch nicht vor“) steht zudem noch die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens an.