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Stadt fördert „Jung kauft Alt“ Bis zu 15.000 Euro bei Altbau-Erwerb in Papenburg

Von Gerd Schade | 09.06.2018, 08:17 Uhr

Käufer älterer Wohnhäuser in Papenburg, in die sie selbst einziehen, sollen unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen künftig mit einer finanziellen Förderung der Stadt in Höhe von bis zu 15.000 Euro rechnen können. Den endgültigen Beschluss soll der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. Juni 2018, fassen.

Nach längerer Debatte hat der Bau- und Umweltausschuss eine Richtlinie für das von Teilen der Politik schon seit Jahren geforderte Immobilienförderprogramm „Jung kauft alt“ mit überwältigender Mehrheit (eine Gegenstimme) beschlossen. Dabei folgten die Ausschussmitglieder dem Vorschlag der Verwaltung aber nur zum Teil.

Mindestens 40 Jahre alt

Unangetastet blieb das von Stadtbaurat Jürgen Rautenberg für das Programm vorgesehene Gesamtvolumen von 150.000 Euro pro Jahr. „Damit können wir bis zu zehn Projekte fördern, die beispielgebend sind“, sagte Rautenberg. Die Altimmobilie muss mindestens 40 Jahre alt sein, der Käufer sie wenigstens zehn Jahre als Hauptwohnsitz nutzen. Ziel des Programms ist es, Kaufanreize für Häuser in älteren Baugebieten zu schaffen – vornehmlich für junge Familien mit Kindern und junge Paare. Nach einem Vorschlag der CDU soll der Grundförderbetrag 4000 statt wie von der Verwaltung vorgesehen 2000 Euro betragen. Für jedes Kind, das beim Hauskauf entweder schon da ist oder innerhalb der folgenden fünf Jahre hinzu kommt, soll es 2000 statt 1000 Euro geben.

Kein Geld für Architektenleistungen

Im Gegenzug wird nach dem Willen des Ausschusses die Förderung von Architektenleistungen gestrichen. Begründung: Nicht für jede Instandsetzung einer Altimmobilie müsse ein Architekt engagiert werden. Zudem soll die Gesamtförderhöhe maximal 20 Prozent der nachgewiesenen Investitionskosten betragen dürfen. Die Auszahlung einer Fördersumme erfolgt unter anderem nach Antragseingang, Eigentumsumschreibung, Meldebescheinigung und Nachweis der Baufertigstellung.

Die CDU-Ausschussmitglieder Tekim Yildirim und Pascal Albers warnten in der Debatte vor zu viel Bürokratie. „Das muss schlanker sein“, sagte Yildirim. Knut Glöckner (Grüne) sprach sich dafür aus, dass Mindestalter für die Immobilien auf 30 Jahre festzusetzen und Norbert Kramer (UWG) regte an, auch einen Abriss zu fördern, wenn die Häuser älter sind als 50 Jahre. Sein Antrag, die Richtlinie angesichts der vielschichtigen Debatte erneut zur Beratung zurück in die Fraktionen zu geben, wurde mit knapper Mehrheit 6:5 (CDU/FDP : SPD/Grüne, UBF, UWG) abgelehnt.