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Schutzgräben und Brandwachen – Schlägerei zwischen Rheiderländern und Aschendorfern 15 Fuder Hafer und mehrere Haufen Torf in Börgermoor verbrannt

Von Bernhard Brinkmann | 16.09.2011, 16:02 Uhr

Der Blick in das Archiv der Ems-Zeitung ist wie eine kleine Zeitreise. Autor Hermann-Josef Döbber hat sich auf diese Reise begeben. Er berichtet heute unter anderem von einem großen Moorbrand im Raum Börgermoor (1911) und vom Rheder Markt.

Vor 100 Jahren

Börgermoor, 17. September 1911: Die Sorge um den Brand im Hochmoor wird immer größer, denn der scharfe Wind in Verbindung mit dem dadurch verursachten Flugfeuer erhöht die Gefahr. Gestern verbrannten auf der Kultur eines Papenburger Besitzers im Börgermoor 15 Fuder ungedroschener Hafer, an einer anderen Stelle mehrere Haufen Torf. Der Brand ist jetzt bis auf 50 Meter an das Betriebsgebiet der Griendtsveen Aktiengesellschaft herangerückt, die hier Torf für Torfstreufabrikation im Werte von mehreren Tausenden lagern lässt. Etwa 150 bis 200 Personen sind mit dem Aufwerfen von Schutzgräben beschäftigt. Da auch mehrere Wohnhäuser gefährdet sind, hat man überall Brandwachen aufgestellt. Die unabsehbare Hochmoorfläche, welche von den Orten Börger, Neu-Börger, Neu-Dörpen und Neu-Lehe begrenzt wird, brennt an verschiedenen Stellen.

Vor 75 Jahren

Hilkenbrook, 20. September 1936: Den Siedlern der jungen Gemeinde wurde von der Siedlungsgesellschaft bewilligt, 20 Prozent ihres unkultivierten Bodens umzukuhlen. Seit einigen Monaten arbeiten rund 400 Mann an der Maßnahme, sodass bis jetzt rund 12 Hektar Boden durchgearbeitet sind. Die Arbeiten werden erschwert, weil etwa einen halben Meter unter der Moorschicht Baumstämme und Wurzeln vorgefunden werden, die ausgerodet werden müssen.

Vor 50 Jahren

Rhede, 19. September 1961: Der Rheder Markt blickt auf eine 730-jährige Geschichte zurück. Den ersten urkundlichen Nachweis gibt es durch eine Aufzeichnung von einer Schlägerei zwischen Rheiderländern und Aschendorfern, während der Markttage 1231. Zunächst war der Markt ein reiner Getreidemarkt, eingeschlossen der Handel mit Buchweizen. Am Montag regt sich schon früh wieder das Leben. Es ist der Pferdemarkt. Händler und Landwirte haben das Wort. Andie 40 Pferde, einige Schafe und eine Ziege sind aufgetrieben.