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Prototyp vorgestellt Schüler der BBS Papenburg bauen Solar-Ladestation für E-Bikes

Von Philipp Helm | 23.09.2019, 14:11 Uhr

Mit dem E-Bike zur Arbeit oder zur Schule fahren und das Fahrrad bis Feierabend wieder aufladen. Was vor allem im ländlichen Raum nach Zukunftsmusik klingt, ist an den Berufsbildenden Schule (BBS) in Papenburg bald Realität. Der Prototypen einer Ladestation ist jetzt vorgestellt worden.

Zwei Fahrräder gleichzeitig kann die Photovoltaikanlage aufladen, die Rainer Sinningen, Lehrer an den BBS, zusammen mit seiner Klasse von angehenden Elektroinstallateuren gebaut hat. Die beiden Solarzellen haben eine Gesamtleistung von 600 Watt und können ohne Genehmigung aufgestellt werden. “Balkonkraftwerk”, nennt Sinningen sie. Zudem lassen sie sich “platzsparend aufbauen” und sind überall aufstellbar, wie er weiter erklärt.

“Viele Lehrer kommen mittlerweile mit E-Bikes zur Schule, daher wäre es sinnvoll, Ladestationen aufzubauen”, teilt Peter Peters, Schulleiter der BBS, mit. Für die am Bau beteiligten Schüler sei das sehr interessant und eine wichtige Erfahrung, so Peters. Die Berührungsängste mit der Technik seien bei den jungen Menschen am geringsten, findet auch Michael Steffens, Dezernent beim Landkreis Emsland. Er kann sich eine Ladestation auch am Kreishaus in Meppen vorstellen, da dort E-Bikes zum Ausleihen angeboten werden. “Ökologisch nachhaltiger geht es gar nicht”, findet Steffens, “das Ganze in noch größer und die Autos können dann auch aufgeladen werden”.

Den Vorsitzenden der Initiative Service für Entwicklungszusammenarbeit (Sezu), Heinrich Hövelmann, erfreut das Projekt besonders. Er unterstützt Projekte in Uganda und sieht dort Potenzial für die Anlage. Hövelmann plant, die Solarpanels zu verkaufen oder zum Leasing anzubieten, um den Umsatz für weitere Aktionen in Afrika zu verwenden. Die BBS sieht er als geeigneten Ort für solch eine Entwicklung. “Hier sind so viele Jahre Studium vereint und die Schule wirkt auch in die Region”, bemerkt Hövelmann begeistert. Zudem stellt er sich vor, die Nutzung der Anlage kostenpflichtig zu machen. “Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif”, wie er erklärt.

Die Kreistagsabgeordnete Ursula Mersmann (CDU) sieht wie Peters einen Mehrwert für die Schüler. “Der pädagogische Wert ist hoch.” Die Schüler nähmen diese Erfahrung mit nach Hause und lernten dadurch nachhaltig, ihre Umwelt anders wahrzunehmen. Die BBS plant, weiter an dem Projekt zu arbeiten und auch die Fachoberschule Technik zu involvieren.

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