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Tote Tiere auf Weide Schäfer aus dem nördlichen Emsland muss Geldstrafe zahlen

Von Gerd Albers | 29.10.2019, 14:58 Uhr

Das Amtsgericht Meppen hat einen 60-jährigen Schafhalter aus dem nördlichen Emsland zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt.

Dem Schäfer wurde vorgehalten, dass er zwei Schafe qualvoll verenden ließ und andere Tiere der Herde, Schmerzen zufügte, indem er sie leiden ließ und nicht ausreichend medizinisch versorgte. Diese Tiere hatten laut Anklage offensichtlich erhebliche Schmerzen und lahmten deshalb.

Dem Vorwurf, er habe seinen Tieren Schmerzen zugefügt ließ, der Schäfer nicht gelten. Er sei lediglich zwei Tage nicht bei der Herde gewesen, da er noch eine andere Herde besitze und versorgen müsse. Das Lahmen der Tiere erklärte er damit, dass die Tiere an den Klauen von Parasiten befallen worden waren.

Parasitenbefall wegen hoher Sommertemperaturen

Er habe sich von einem Tierarzt ein taugliches Mittel besorgt und dieses zwischen die Klauen der Tiere gesprüht. Wenn der Herbst kommt und die Temperaturen dann fallen, verschwinde die Krankheit wieder, führte er weiter aus. Der Parasitenbefall hänge mit den hohen Sommertemperaturen zusammen.

Eine Spaziergängerin hatte auf einer Weide zu Beginn des Septembers ein verendetes Schaf entdeckt und weiter festgestellt, dass einige Tiere lahmten. Daraufhin rief sie die Polizei an. Diese stellte den gleichen Sachverhalt fest, fand jedoch noch zwei weitere verendete Schafe auf der Weide beziehungsweise im angrenzenden Graben.

Veterinäramt machte Auflagen

Mitarbeiter des Veterinäramtes des Landkreises Emsland nahmen die Herde und die Weidemöglichkeiten in Augenschein. Daraufhin wurde dem Schäfer zur Auflage gemacht, die lahmenden Tiere zu separieren und einem Tierarzt zur Behandlung herbeizuziehen.

Dieser Auflage soll der Mann nicht nachgekommen sein, wodurch die Tiere erheblich zu leiden hatten. In seinem Plädoyer machte der Staatsanwalt ihm dieses Verhalten zum Vorwurf und sah eine erhebliche Verletzung des Tierschutzgesetzes. Er beantragte eine Geldstrafe von 1.200 Euro gegen den Schäfer zu verhängen. Diesem Antrag folgte der Strafrichter im seinem Urteil. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil.