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Polizei weist auf Gefahren hin Feuerwerkskörper in Papenburg weniger nachgefragt

Von Florian Feimann | 29.12.2015, 21:08 Uhr

Laute Nacht, helle Nacht: An Silvester um 0 Uhr wird der Himmel über dem nördlichen Emsland wohl wieder von Feuerwerksraketen erhellt werden, auch wenn die großen Mengen nur noch selten über die Ladentheke gehen. Der Verkauf der Knallkörper läuft seit Dienstag. Selbstgebaute Böller können laut einer Mitteilung der Polizei zu einer Gefahr werden.

Nur drei Tage lang sind die Feuerwerkskörper vor dem Jahreswechsel erhältlich. Auch im Papenburger Obi-Markt läuft der Verkauf. Der Erfahrung von Marktleiter Johann Mardink nach hat der „große Run auf Feuerwerk“, wie er vor einigen Jahren noch zu beobachten war, abgenommen. Die Verkäufe seien zwar stabil, aber nur noch vereinzelt würden Kunden ganze Einkaufswagen mit Feuerwerk füllen. „Ich persönlich habe den Eindruck, dass es den Menschen auf dem Erdball schon genug knallt“, so Mardink mit Blick auf die weltweiten Krisengebiete.

Deshalb werbe sein Markt auch nicht mehr so offensiv für die Knaller wie in der Vergangenheit. Zudem sei die Menge an Feuerwerk im Verkaufsraum durch Vorschriften begrenzt: aus Sicherheitsgründen dürfen nur Knaller mit einem Nettogewicht von 70 Kilogramm im Verkaufsraum gelagert werden. Für den unwahrscheinlichen Ernstfall steht dennoch ein Feuerlöscher bereit.

Lediglich an Sylvester und Neujahr erlaubt

Damit in der Silvesternacht das Feuerwerk sicher gezündet werden kann, gibt die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim Sicherheitshinweise. „Feuerwerkskörper gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen, und dürfen nur im Freien abgebrannt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Beamten. Geknallt werden dürfe lediglich am Silvester- und am Neujahrstag, aber nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen.

Kinder sollten beim Umgang mit Feuerwerk beaufsichtigt werden. Selbstgebaute oder veränderte Feuerwerkskörper haben nach Angaben der Polizei in den letzten Jahren immer wieder schwere Unfälle verursacht, bei denen Menschen lebensgefährlich verletzt wurden oder Brände entstanden sind. Weiterhin solle man mit Feuerwerkskörpern nicht auf Menschen oder Tiere zielen und Raketen nur senkrecht aus sicheren Behältern wie einer leeren Flasche abschießen. Blindgänger sollen nicht wieder aufgehoben und mit Wasser unschädlich gemacht werden.

Das Abfeuern von Schreckschusswaffen auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist nach Angaben der Beamten auch über Silvester untersagt. Die Benutzung solcher Waffen stelle bei Besitzern des „Kleinen Waffenscheines“ eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet wird. Wenn eine solche Waffe abgefeuert wird, ohne dass der Besitzer den „Kleinen Waffenschein“ habe•, stelle das sogar eine Straftat dar, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren Haft geahndet werde.