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Neujahrsempfang der Ortsvereine Papenburg: Chefin der Emsland-SPD beschwört Zusammenhalt

Von Gerd Schade | 22.01.2018, 09:12 Uhr

In der Debatte um eine Neuauflage der Großen Koalition hat die Vorsitzende der Emsland-SPD, Andrea Kötter, die Sozialdemokraten auf Zusammenhalt eingeschworen.

„Jeder Einzelne muss bereit sein, das Ergebnis zu akzeptieren und bei der Stange bleiben“, sagte Kötter am Sonntagvormittag beim gemeinsamen Neujahrsempfang der SPD-Ortsvereine Papenburg und Aschendorf im Hotel Hilling. Kötters Blick sowie der der rund 40 Gäste richtete sich nach Bonn, wo später am selben Tag die Delegierten auf einem SPD-Sonderparteitag darüber abstimmten, ob ihre Partei in Koalitionsverhandlungen mit der Union einsteigen soll oder nicht. Kötter warb in ihrer Neujahrsansprache eindringlich darum, die Beweggründe jedes Einzelnen zu respektieren und akzeptieren.

Sympathie für Minderheitsregierung

Die Meppenerin verhehlte nicht, dass die Absage von SPD-Chef Martin Schulz am Abend der Bundestagswahl im vergangenen September für sie „das Beste“ gewesen sei und ihr die Bildung einer Minderheitsregierung „am sympathischsten“ wäre. Der Wählerauftrag zur Regierungsbildung liege klar bei Kanzlerin Angela Merkel. Sie verstehe deshalb nicht, warum „immer wir die Prügel einstecken müssen“, sagte Kötter im Hinblick auf die politischen Debatten nach dem Platzen der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition in Berlin. Fest stehe, dass die SPD genötigt worden sei, in Sondierungsgespräche für eine Neuauflage der Groko einzutreten, die sie nicht haben wolle.

Kein AuslaufmodellKötter sprach von einer „schwierigen, schicksalsträchtigen Situation, die für fast jedes Mitglied zur Zerreißprobe werden kann“. Klar sei aber auch, dass die SPD kein Auslaufmodell sei. Dass die Sozialdemokraten nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und auf Bundesebene auch weiterhin gewinnen könnten, habe die Niedersachsen-Wahl im Oktober gezeigt.

In der Debatte um das Wassergesetz muss es Kötter zufolge darum gehen, im Einvernehmen mit den Landwirten die Nitratbelastung zu senken.

„Verrohung der Sprache“

Der Papenburger SPD-Ortsvereinsvorsitzende Peter Behrens blickte auf ein „aufreibendes“ politisches Jahr zurück. Als besorgniserregend wertete er „eine Verrohung der Sprache im politischen Alltag“. Daran würden sich Sozialdemokraten allerdings nicht beteiligen, versicherte Behrens, dessen Ortsverein 2019 das 100-jährige Bestehen feiern wird.

Ehrungen und Neuaufnahmen

Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Vanessa Gattung sowie dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Aschendorf, Ralf Diedrichs, würdigten die Vereine langjährige Treue einzelner Mitglieder. Seit 40 Jahren gehört Mechthild Kiepe der SPD an, seit 30 Jahren ist Axel Wichmann dabei, seit je 25 Jahren sind es Petra Kellersmann, Raimund Sellere und Marianne Stege, seit je 20 Jahren Stefan Antepohl und Michael Dacke sowie seit zehn Jahren Peter Broos. Zudem verzeichneten beide Vereine insgesamt acht Neumitglieder.

Für musikalische Unterhaltung während des Empfangs sorgte der SPD-Chor „Rote Töne“ aus Leer.