Ein Artikel der Redaktion

Neuer Standort und mehr Platz Tafel und Soziales Kaufhaus in Aschendorf ziehen um

Von Gerd Schade | 17.04.2016, 21:23 Uhr

Jahrelang standen die ausladenden Geschäftsräume des früheren Zweirad-Fachgeschäftes Menken im Aschendorfer Ortskern leer. Aber jetzt tut sich etwas.

Nach der Eröffnung eines orientalischen Lebensmittelmarktes in einem Teil des Gebäudes an der Poststraße rüstet sich nun das Soziale Kaufhaus mit Tafelverteilstelle des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) Papenburg für den Einzug. Die Tage der Einrichtung in ihrem bisherigen Domizil, dem ehemaligen Möbelhaus Thormann im Schatten der St.-Amandus-Kirche sind gezählt.

Alter Standort schließt am 22. April

„Wir verlagern unseren Standort“, erklärt SKFM-Geschäftsführer Norbert Schmidt. Ab Dienstag, 26. April 2016, findet die Lebensmittelverteilung an Bedürftige in den neuen Räumen statt. Sie werden derzeit vornehmlich von ehrenamtlichen Helfern des SKFM hergerichtet. Exakt zwei Wochen später, am Dienstag, 10. Mai 2016, soll das „Soziale Kaufhaus für Jedermann“ erstmals seine Pforten am neuen Standort öffnen. Zuvor werden Tafel und Kaufhaus am alten Standort ab Donnerstag, 22. April 2016, geschlossen.

Ausschlaggebend für den Umzug seien vor allem Platzgründe, sagt Schmidt. So besteht in der neuen Anlaufstelle anders als bisher die Möglichkeit, Tafel und Kaufhaus räumlich voneinander zu trennen. Das beginnt bereits mit den Eingängen. Einer erfolgt über die Von-Galen-Straße (Tafel), der andere über die Poststraße.

Dankbar für die bisherige Heimstatt

„Wir werden in etwa doppelt so viel Platz haben“, sagt Schmidt mit Blick auf künftig rund 280 Quadratmeter Nutzfläche, darunter einen Sortierraum für Sachspenden und einen Aufenthaltsraum für die Helfer. Und doch ist der SKFM keineswegs undankbar für seine bisherige Heimstatt, die ihm das Marien-Hospital Papenburg-Aschendorf als Gebäudeeigentümerin in den vergangenen neun Jahren kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte.

Bis zur Eröffnung ist allerdings noch reichlich zu tun. In den Räumen riecht es nach frischer Farbe. Klebeband markiert die Umrisse für den Tresen der Tafelverteilstelle. Die Hygienevorschriften verlangen einen abwaschbaren Fußboden.

Was bereits steht, ist eine Zwischenwand, die vor neugierigen Blicken Dritter bei der Lebensmittelausgabe schützt. So entsteht eine Diskretionszone. „Wir möchten unsere Kunden einzeln bedienen“, erklärt Schmidt.

Bei Ehrenamtlern brennt „Riesenfeuer“

Die Kosten für den Umbau sind mit rund 12.000 Euro veranschlagt. Maßgebliche Unterstützung bei der Finanzierung des neuen Standortes gibt es von Aschendorfer Geschäftsleuten. „Das ist eine ganz tolle Sache“, schwärmt Otto Wessels und richtet einen „Riesendank an alle Beteiligten“. Er ist einer der 36 ehrenamtlichen SKFM-Helfer in Aschendorf. Die Sponsoren werden auf einer Tafel am Eingangsbereich des Kaufhauses verewigt.

Schmidt hat bei den Ehrenamtlern „ein Riesenfeuer“ ausgemacht. „Jeder brennt darauf, sich einzubringen“, sagt er.

Durch die Arbeit habe man auch nach dem Beruf noch etwas zu tun, sagt Helferin Marietheres von Garrel. „Früher habe ich das Ganze neben meinem eigentlichen Beruf gemacht. Jetzt im Ruhestand hat man noch mehr Zeit dafür. Es macht einfach Spaß, und es ist für eine gute Sache. Wir wechseln uns immer ab. Mal arbeitet man bei der Tafel, mal im Kaufhaus.“

3400 Kunden im nördlichen Emsland

Das Angebot der Tafel in Aschendorf wird nach Angaben von SKFM-Geschäftsführer Schmidt von knapp 100 Menschen regelmäßig genutzt. Gut ein Drittel davon seien Kinder. Das Einzugsgebiet umfasst auch Rhede. Die Zahl der Tafelkunden des SKFM im nördlichen Emsland mit Verteilstellen in Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Sögel, Werlte und Esterwegen insgesamt beziffert Schmidt auf etwa 3400 – Tendenz steigend, nicht nur wegen der Flüchtlinge. Die Tafel setzt pro Woche etwa eine Tonne Lebensmittel um.

Am Anfang steht für jeden Kunden eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung. Dann gibt es eine Kundenkarte, mit der zu festgelegten Abholzeiten gegen ein geringes Entgelt (1 Euro pro Erwachsenem, 50 Cent pro Kind) Lebensmittel ausgegeben werden.

Ehrenamtliche nicht überlasten

„Der Bedarf wächst überall“, weiß Schmidt. So soll auch die Fläche in Werlte vergrößert werden. Alle Verteilstellen stünden aber auch vor der Herausforderung, dem Zustrom gerecht zu werden, ohne die Ehrenamtlichen zu überlasten.

 Für die Tafeln steuert der SKFM regelmäßig knapp 80 Lebensmittelmärkte in der Region an. Auch für das Soziale Kaufhaus ist die ökumenische Einrichtung auf Sachspenden angewiesen. Aktuell besonders benötigt werden Kinder- und Herrenbekleidung, Fußball- und Sportschuhe jeweils in allen Größen sowie Geschirr. Voraussetzung: „Alles muss gut erhalten sein“, sagt Schmidt. „Und zwar so, dass man es sich selbst noch hinstellen würde. Ansonsten wollen wir es auch nicht.“

Zweimal pro Woche geöffnet

Die Lebensmittelverteilung am neuen Standort findet ab dem 26. April 2016 dienstags und donnerstags von 15 bis 16 Uhr statt. Das Soziale Kaufhaus wird ab dem 10. Mai 2016 dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein.