Ein Artikel der Redaktion

Murat Kurnaz in Papenburg Ex Guantánamo-Häftling präsentiert Film

04.08.2013, 13:57 Uhr

Fünf Jahre lang saß Murat Kurnaz in Guantánamo Bay. Der Deutsch-Türke und gebürtige Bremer wurde im November 2001 von Sicherheitskräften in Pakistan festgenommen und an die US-Streitkräfte in Afghanistan übergeben. Als “ungesetzlicher Kombattant“ wurde Kurnaz im Januar 2002 ins Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba gebracht: Ohne Rechtsanwalt und ohne Verfahren.

Nun wollen die Amnesty International Gruppen aus Papenburg und Leer das Schicksal von Murat Kunaz erneut thematisieren. Zusammen mit den Kinobetrieben Muckli, die auch das Kino in Papenburg betreiben, wird der Film „5 Jahre meines Lebens“ gezeigt, der auf der Autobiografie des Guantánamo-Häftlings beruht.

In Papenburg wird es zwei Vorführungen geben, die am 19. August um 16.30 Uhr und 20 Uhr stattfinden. Murat Kunaz wird selbst anwesend sein, um im Anschluss mit den Besuchern des Films über seine Erlebnisse zu sprechen.

Der Gruppensprecher von Amnesty International Leer, Reinhard Block, bezeichnete in diesem Zusammenhang das Kino als „politisches Medium“. Die Betreiberin des Lichtspielhauses, Astrid Muckli, fügte hinzu, dass das Kino die Ereignisse greifbarer mache. Gerold Siemer, Gruppensprecher von Amnesty Papenburg, äußerte sich sehr kritisch mit Blick auf das Gefangenenlager Guantánamo. „Hier ist ein rechtsfreier Raum geschaffen worden.“ Vor diesem Hintergrund sei es auch wichtig, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Die Papenburger Amnesty Gruppe wird am Tag der Filmvorführung mit einem Infostand vor Ort sein. Karten sind bereits im Kino zu erhalten.