Ein Artikel der Redaktion

Luxusliner nimmt Kurs auf Mumbai Meyer Werft hat „Genting Dream“ abgeliefert

Von Christoph Assies | 12.10.2016, 14:03 Uhr

Die Papenburger Meyer Werft hat am Mittwoch ihr neuestes Kreuzfahrtschiff, die „Genting Dream“ an die Reederei Dream Cruises (Hongkong) abgeliefert. Einen Tag zuvor waren Crewmitglieder und Mitarbeiter der Werft sowie von Partnerunternehmen noch damit beschäftigt, das 335 Meter lange Schiff einzurichten.

Auf den Gängen war Chinesisch, Englisch, Italienisch und Plattdeutsch zu hören. In allen Bereichen des neuen Kreuzfahrtschiffes aus Papenburg wurde bis zuletzt gearbeitet. Vitrinen der Edel-Boutiquen, die Luxusprodukte großer Marken anbieten, wurden noch montiert und poliert und Böden geschliffen. Etwa 300 Mitarbeiter der Meyer Werft, 600 Beschäftigte von Partnerfirmen der Werft und 1800 Crewmitglieder sorgten dafür, dass alles perfekt war, als Werftchef Bernard Meyer und Reedereichef Tan Sri Lim am Mittwoch die Schiffsdokumente austauschten.

Dass bis zuletzt auf allen Decks Handwerker arbeiten, ist nach Angaben von Werftsprecher Günther Kolbe „völlig normal“. Für die ersten Passagiere sei später alle perfekt, so der Werftsprecher bei einem Presserundgang über den neuen Luxusliner. Die „Genting Dream“ ist das erste Schiff der zum Genting-Konzern gehörenden neuen Reederei Dream Cruises . Im Herbst kommenden Jahres wird mit der „World Dream“ ein Schwesterschiff von der Meyer Werft an Dream Cruises übergeben.

Werftkapitän Wolfgang Thos hatte in den vergangenen Monaten das Kommando an Bord. Er überführt seit 2010 als Werftkapitän der Lotsenbrüderschaft Emden die Luxusliner von Papenburg zur Nordsee und führt die Probefahrten durch. Mit der „Genting Dream“ sei „alles gut gelaufen“. Bei der Spitzengeschwindigkeit sei das Kreuzfahrtschiff beispielsweise schneller gewesen, als vertraglich verlangt gewesen sei. Mit Wehmut verlässt Thos das Kreuzfahrtschiff nicht. „Ich beschäftige mich sofort mit der ,Norwegian Joy´ “, sagt der Seemann. Er übergab mit der offiziellen Ablieferung das Kommando an den Finnen Jukka Silvennoinen. Unter seiner Führung verließ die „Genting Dream“ am Mittwochabend bereits Bremerhaven in Richtung Mumbai (Indien). Dort soll das Schiff nach Zwischenstopps, unter anderem in Gibraltar, am 29. Oktober eintreffen. Von dort stehen die ersten regulären Kreuzfahrten an.

Dann sollen nach den Worten von Reedereichef Tan Sri Lim „viele Besonderheiten für den chinesischen Markt“, die Gäste begeistern. Dazu gehört beispielsweise schon von außen eine einzigartige Außenbeleuchtung. Eine Emder Firma baute 40000 LED-Leuchten, die die „Genting Dream“ mal rot, mal blau und mal grün erstrahlen lassen. Das Erscheinungsbild begeisterte schon bei der Emsüberführung die Schaulustigen auf dem Deich. In 1674 Kabinen haben insgesamt 3348 Passagiere Platz. Die Einrichtung ist nicht so bunt wie die Rumpfbemalung , sondern elegant und gediegen. Auf 19 Decks sind 18 Restaurants und 12 Bars und Lounges untergebracht. Das kulinarische Angebot orientiert sich stark an der asiatischen Zielgruppe. So werden im Hauptrestaurant regionale asiatische Küche und chinesische und südostasiatische Spezialitäten serviert. Weitere Restaurants servieren Meeresfrüchte, Nudelgerichte und Suppen nach asiatischer Zubereitung oder führen mit Teppanyaki „Show-Cooking“ vor.

Neben Wasserrutschen, großen Casinos und einem Klettergarten auf dem Oberdeck hat die „Genting Dream“ zwei kleine U-Boote an Bord. Von einer großen Glaskuppel umschlossen können jeweils vier Passagiere mit einem Piloten in Tiefen bis zu 200 Meter abtauchen.

Für einen umfassenden medizinischen Check gibt es auf der „Genting Dream“ den ersten Magnetresonanztomographen (MRT) auf einem Schiff. Das medizinische Gerät, das innere Organe und Gewebe bildlich darstellt, stellte die Schiffbauer aufgrund der starken Magnetfelder vor Herausforderungen. Aufgrund des Gewichtes von 16 Tonnen musste der Standort an Bord speziell berechnet werden. Der MRT wurde bereits vor rund einem Jahr im Rohbau des Ozeanriesen installiert. Kupferrohre schirmen den Magneten ab. Der MRT steht auf einer luftgefederten Plattform aus massivem Edelstahl, damit Vibrationen der Schiffsmotoren das MRT-Bild nicht beeinträchtigen. Mit dieser aufwendigen Lösung konnten die Papenburger Schiffbauer auch diese bisher einmalige Herausforderung meistern.