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Lions wollen helfen Papenburger Tafel braucht dringend neuen Kühlwagen

Von Gerd Schade | 09.11.2015, 17:35 Uhr

Die Papenburger Tafel des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) braucht dringend ein neues Kühlfahrzeug für den Transport von Lebensmitteln. Bei der Anschaffung will der Papenburger Lions Club helfen, unter anderem mit einem Benefizkonzert.

Der Kilometerstand steuert zielsicher auf die 200.000er-Marke zu. Seit neun Jahren wird der Kühltransporter der Papenburger Tafel an fünf Tagen in der Woche von ehrenamtlichen Fahrern quer durch das nördliche Emsland bewegt. Zusammen mit einem weiteren Fahrzeug, das auf dem Hümmling stationiert ist, steuern sie regelmäßig knapp 80 Lebensmittelmärkte im Altkreis an, die dem SKFM kostenlos Lebensmittel zur Verfügung stellen. Täglich werden zwischen 18 und 25 Märkte angefahren. Hinzu kommen Sonderfahrten wie dem Tausch von Lebensmitteln mit anderen Fahrten oder der Abholung größerer Mengen bei einem Großproduzenten beispielsweise für Fleisch oder Gebäck. Damit wird dann das Gefrierhaus der Tafel bevorratet. Der Papenburger Transporter legt jeden Monat zwischen 1500 und 2000 Kilometer zurück.

Hoffen auf Fördergelder

„Jetzt müssen wir dringend ein neues Fahrzeug haben“, sagt SKFM-Geschäftsführer Norbert Schmidt. Dafür hoffen Schmidt und seine Mitstreiter auf Fördergelder. Wenn es nach ihm geht, würde er das neue Fahrzeug, für das voraussichtlich mehr als 40.000 Euro investiert werden müssen, am liebsten noch im Dezember bestellen, damit es im Januar da ist. Das alte Fahrzeug soll entweder verkauft oder in Zahlung gegeben werden.

Mit dem neuen Fahrzeug erhofft sich der SKFM auch, dass das Fahren und die Arbeit wieder mehr Spaß machen. Weitere ehrenamtliche Helfer für die Abholung von Lebensmitteln oder auch Spritspenden kann die Papenburger Tafel jederzeit brauchen. Schmidt zufolge lässt sich die Tafelarbeit nur durch die Erlöse aus dem Sozialen Kaufhaus finanzieren, das der SKFM in Papenburg, Aschendorf und Werlte betreibt.

Lebensmittel gesammelt werden unter anderem mithilfe von Spendenboxen für länger haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Mehl in Kindertagesstätten und Schulen. „Wir dürfen selbst keine Lebensmittel einkaufen, sondern sie nur sammeln“, sagt Schmidt und verweist auf die Bestimmungen der Bundestafeln, denen die Papenburger unterliegen.

(Weiterlesen: Aschendorfer Schüler spenden: Eine Tonne Lebensmittel für die Papenburger Tafeln)

Die Tafel unterhält im Altkreis mittlerweile sechs Ausgabestellen – in Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Sögel, Werlte und Esterwegen. Darüber hinaus werden zurzeit rund 3400 Menschen versorgt, die meisten davon (2600) in Papenburg, Aschendorf und Dörpen. Darunter sind derzeit auch etwa 400 Flüchtlinge. Die Zahl der Kunden, wie Schmidt sie nennt, nehme zurzeit rasant zu. Das liegt nach seinen Worten daran, dass viele Flüchtlinge inzwischen auch mit ihren Familien das Angebot nutzen würden. Hinzu komme, dass zunehmend Menschen ihre Scheu verlieren würden, zur Tafel zu gehen. „Futterneid“ gegenüber Flüchtlingen gebe es im nördlichen Emsland nicht, betont Schmidt. Die Zahl der Helfer, die den Betrieb am Laufen halten, beziffert der SKFM-Geschäftsführer auf rund 300. Die Papenburger Tafel setzt pro Woche etwa eine Tonne Lebensmittel um.

Irgendwann Grenzen erreicht

Dank hoher Spendenbereitschaft hat der SKFM mit dem Nachschub keine Probleme. Und doch kann das Angebot nicht beliebig weiter wachsen. „Irgendwann stößt man Grenzen“, sagt Schmidt. Sorge mache ihm, dass durch die Mehrarbeit die ehrenamtlichen Kräfte zunehmend gefordert seien.

Am Anfang steht für jeden Kunden eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung. Dann gibt es eine Kundenkarte, mit der zu festgelegten Abholzeiten gegen ein geringes Entgelt (1 Euro pro Erwachsenem, 50 Cent pro Kind) Lebensmittel ausgegeben werden. Bei der Zusammenstellung achten die Helfer beispielsweise auch darauf, dass in den Körben für muslimische Kunden kein Schweinefleisch landet. Die Kisten sind entsprechend andersfarbig gekennzeichnet.

Wer beim SKFM helfen möchte, kann sich bei Annegret Brüggemann, Telefon 04961/660780, E-Mail: brueggemann@skfm-papenburg.de , melden.

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