Ein Artikel der Redaktion

Lebendige Krippe in Papenburg Gemeinschaft suchen und sich austauschen

24.12.2014, 10:53 Uhr

Damals kam der Engel Gabriel zu Maria und teilte ihr mit, dass sie ein Kind bekommen sollte. Maria ließ sich mit der nötigen Betroffenheit auf die Begegnung ein und sagte: „Ja, das wird wohl mein Lebensweg sein“. Bei Josef fand sie Verständnis dafür, weil dieser sich Zeit nahm für eine Begegnung und nicht sofort alles ablehnte oder zusagte.

Der Aufruf zur Volkszählung war schließlich mehr ein Befehl als eine Begegnung. Denn die Soldaten vor Ort konnten offensichtlich wenig Rücksicht nehmen auf die Situation von Maria und Josef.

Als Maria und Josef nach einer mühsamen Reise schließlich in Bethlehem ankamen, zeigte ein Wirt ihnen in einer recht oberflächlichen Begegnung zumindest den Weg zu einem Stall. Dort fand dann –mit der Geburt des Kindes – die unfassbare Begegnung zwischen Gott und den Menschen statt.

Die einfachen Hirten waren es, die in der Begegnung mit dem Kind als Erste erkannten, dass ihr eigenes Leben einen tiefen Sinn hatte, weil Gott auch sie liebte. Später wurde in der Begegnung mit den Drei Königen deutlich, dass die Geburt des Kindes in dieser Nacht im Stall eine Bedeutung für die ganze Welt hatte.

So kommt es jetzt darauf an, dass wir – 2014 - entsprechende Begegnungen suchen. Gott hat auch mit uns, wie mit Maria und Josef, etwas vor. Er möchte uns begegnen. Hilfreich können da Menschen wie der Heilige Josef sein. Wir alle brauchen jemanden, der zuhört, und berät und ermutigt. Wir brauchen Menschen, die zu uns stehen und die Gemeinschaft pflegen.

Immer wieder geschehen Ereignisse, sowohl positive als auch negative, mit denen wir so nicht rechnen: Menschen werden geboren – Menschen sterben, Menschen haben Erfolg – Menschen scheitern, es gibt eine Politik weltweit und eine vor Ort, es gibt Menschen mit einem festen Wohnsitz – und solche, die auf der Flucht sind, Menschen, die gut verdienen – und die, die wenig haben.

Manchmal sind unsere Begegnungen eher oberflächlich. Das müssen wir wohl zugeben. Aber immerhin sind wir offen für Begegnung. Die Weihnachtsgeschichte ist ja, Gott sei Dank, noch nicht zu Ende. Das Kind wird immer wieder geboren, gerade in den Begegnungen, die uns, wie auch immer, betroffen machen.

Wie auch die Hirten, müssen wir uns gegenseitig in guten Begegnungen erzählen, was uns betroffen macht und entsprechend handeln. Dann ist Weihnachten --- dann geschieht Menschwerdung, hier vor Ort und hoffentlich auf dem Weg zu einem Weltfrieden.