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Landkreis macht Platz Kreisstraße soll für Meyer Werft weichen

Von Stefan Prinz | 08.07.2014, 00:22 Uhr

Der Landkreis Emsland macht Platz für die Meyer Werft: Die Kreisstraße 158 (Rheiderlandstraße) soll bei Papenburg verlegt werden, damit sich die angrenzende Werft erweitern kann. Der Kreis plant dafür Ausgaben von mindestens zehn Millionen Euro. Erst vor 15 Jahren war die Straße für eine Erweiterung der Werft verlegt werden.

Der Landkreis Emsland steht in den nächsten Jahren offensichtlich vor gewaltigen Millionen-Investionen in Papenburg. Damit die Meyer Werft ihre Produktionsfläche vergrößern kann, muss die Rheiderlandstraße erneut verlegt werden. Nach der Sommerpause will der Landkreis den Planungsauftrag vergeben. Allein für die Planung rechne die Behörde mit Kosten von rund 500000 Euro, so Landrat Reinhard Winter (CDU) am Montagabend während der jüngsten Kreistagssitzung im Meppener Kreishaus. Für die Verlegung der Straße falle zusätzlich eine zweistellige Millionensumme an.

Winter kündigte an, dass zudem die Stadt Papenburg beim Ankauf der Fläche „Bokeler Bogen“ unterstützt werden müsse. In dieses Gebiet an der nordwestlichen Papenburger Stadtgrenze solle sich dann die Werft erweitern können.

Außerdem gehe er davon aus, so Winter, dass sich der Landkreis mit einem zweistelligen Millionenbetrag am Neubau der maroden Papenburger Seeschleuse beteiligen müsse. Der Neubau ist mit 70 Millionen Euro veranschlagt und die finanzielle Beteiligung des Landes Niedersachsen sei derzeit noch ungewiss.

„Alles in allem sprechen wir da von einer Summe von rund 100 Millionen Euro“, sagte der Landrat. „Das Geld haben wir nicht.“ Sollte es dazu kommen, werde der Landkreis einen Kredit aufnehmen müssen, so Winter.

Das Geld sei angesichts der Arbeitsplätze und des Steueraufkommens der Werft aber gut angelegt. Allein Bund und Land kassierten jährlich 50 Millionen Euro Steuern von der Werft, so Winter.

Der Plan zur Verlegung der Rheiderlandstraße sei in enger Abstimmung mit Werft-Chef Bernard Meyer gemacht worden und völlig unabhängig davon, ob das Unternehmen bei der Werft STX in Finnland einsteige, betonte Winter.

Burkhard Remmers sagte die Unterstützung der CDU zu: „Das muss gelingen“, so Remmers. Die Sicherung des Werftstandortes Papenburg sei sogar von nationalem Interesse. Dem schloss sich auch FDP-Sprecher Hans-Michael Goldmann an. „Wir sprechen von einer nationalen Herausforderung.“ Michael Fuest (Grüne)warnte davor, nur die Interessen der Meyer Werft stets in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu rücken.