Ein Artikel der Redaktion

Konzepte für regionale Unternehmen Schüler aus Papenburg stellen Theo-Prax-Projekte vor

Von Jonas Brinker | 15.02.2017, 16:27 Uhr

15 verschiedene Konzepte haben die Schüler der Fachoberschule (FOS) der Berufsbildenden Schulen in Papenburg in ihrem Theo-Prax-Projekt vorgestellt. Ihre Auftraggeber waren dabei regionale Unternehmen und Behörden.

Mit der Fragestellung, wie man mehr niederländische Kunden zum Fahrradhändler Hackmann nach Dörpen bekommt, beschäftigte sich die Gruppe um Corinna Spillmann, Sarah Wolff, Robin Kappenberg, Jannik Heyen und Oscar Zorn. Die Zwölftklässler der FOS Wirtschaft haben durch eine Befragung in drei niederländischen Städten herausgefunden, dass die Niederländer an deutschen Fahrradhändlern vor allem den Preisvorteil und eine bessere Beratung schätzen.

Als Empfehlung sprachen die Schüler sich für eine Übersetzung der Unternehmenswebsite ins Niederländische und vermehrte Aktivitäten im sozialen Netzwerk Facebook aus. Auch eine Sprachschulung für die Mitarbeiter von Hackmann schlugen die Schüler vor.

Persönlich nahmen die Teilnehmer der Theo-Prax-Projekte vor allem eines mit: „Wir haben gelernt, selbstständig zu arbeiten. Und auch das Präsentieren vor einer größeren Gruppe an Menschen war neu für uns“, erläuterte Jannik Heyen.

Doch auch die beteiligten Unternehmen profitieren von dem Konzept. „Man nimmt immer etwas mit“, sagte Werner Kremer, Ausbildungsleiter von Nordland Papier. „Durch junge Menschen wird man gezwungen, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen“, so der Ausbildungsleiter lobend.

Für sein Unternehmen haben Christine Lüken, Lea Hemken, Milena Siman und Saskia Garbs untersucht, wie man den Beruf des Papiertechnologen attraktiver bewerben kann. Mittels einer Umfrage an der Berufsbildenden Schule in Papenburg und in der Innenstadt von Meppen fanden die Schülerinnen heraus, dass der Großteil der rund 130 Befragten das Berufsfeld gar nicht kannte und sich somit auch nicht vorstellen konnte, als Papiertechnologe zu arbeiten. Ihre Empfehlung für Nordland Papier ging vor allem in die klassische Werbung in Zeitungen oder durch Plakate. Aber auch den Bereich der sozialen Medien sollen nach Angaben der Projektgruppe die Verantwortlichen bei Nordland Papier stärker in den Blickpunkt holen.

In eine ähnliche Richtung ging auch die Forschungsarbeit von Jane Haskamp, Viviane Hollstein, Sabrina Oldiges und Jana Gaab. Sie untersuchten für die Papenburger Meyer Werft, wie sich Schüler nach ihrer Schulausbildung positionieren. 300 Jugendliche von verschiedenen Schulformen wurden von der Projektgruppe befragt. Der Großteil dieser war an einer kaufmännischen Ausbildung interessiert. Als Ausbildungsunternehmen Meyer Werft hatten vor allem die Berufe Industriemechaniker und technischer Produktdesigner das beste Ansehen unter den Befragten. Auch ihre Empfehlungen reichten vom Werben bei Ausbildungsbörsen und in Zeitschriften, bis hin zu Aktivitäten auf den Plattformen Snapchat oder Instagram. „Hier kann die Identifikation der Bewerber vergrößert werden“, erklärte Jana Gaab.

Das Theo-Prax-Projekt wird an der Schule bereits seit 2003 in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut organisiert. „Die Schüler lernen, Projekte selbstständig durchzuführen“, erläutert Studienrat Bodo Wasserberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Dies sei eine elementare Forderung der Wirtschaft, aber auch für ein Studium, auf das die Schüler vorbereitet werden.