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Konzept soll Anfang Juli stehen Papenburger Seeschleuse: Sanierung oder Neubau?

Von Gerd Schade | 17.06.2015, 20:52 Uhr

Der emsländische Landrat Reinhard Winter (CDU) hat dem nördlichen Emsland und Papenburg im Besonderen trotz großer Herausforderungen glänzende Perspektiven eingeräumt. Als eine der größten Aufgaben, die die Stadt je hatte, nannte Winter auf der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Papenburg-Aschendorf die Sanierung oder den Neubau der maroden Seeschleuse.

Was die Finanzierung der Instandsetzung beziehungsweise eines Neubaus betrifft, kündigte Winter vor den knapp 80 anwesenden Christdemokraten im Hotel Hilling für Anfang Juli ein abgestimmtes Konzept an. „Wir hoffen, dann sprechfähig zu sein“, sagte der Landrat. Zurzeit befände sich der Landkreis gemeinsam mit der Stadt in Verhandlungen mit dem Land. Winter machte deutlich, dass er einen zweistelligen Millionenbetrag aus Hannover erwartet. „Andernfalls können wir die Pläne zu den Akten legen.“

In den vergangenen Monaten war stets ausschließlich von einem Neubau der Schleuse die Rede gewesen, den Winter zufolge erstmals Landes-Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei einem Besuch ins Spiel gebracht hatte. Die Kosten für den Neubau wurden auf rund 72 Millionen Euro taxiert. Nach den bisherigen Vorstellungen von Landkreis und Stadt sollte das Land davon die Hälfte übernehmen. Die verbleibenden Kosten würden sich Landkreis und Stadt teilen.

Flächen für Zulieferer

Vor dem Hintergrund des neuen Großauftrages der Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises für die Meyer Werft hob der Landrat die Bedeutung des Standortsicherungsvertrages für die Werft sowie die Verabschiedung des umstrittenen Masterplans Ems hervor. Zur Sicherung des Werftstandortes gehört nach den Worten des Landrats aber auch die geplante Hafenerweiterung im Bokeler Bogen, „damit die Meyer Werft ihre Produktionsfläche vergrößern kann“. Dafür soll die Rheiderlandstraße abermals verlegt werden. Nach der Sommerpause will der Landkreis den Planungsauftrag vergeben. Die Baukosten für die Verlegung bezifferte Winter auf 17 Millionen Euro. Zudem werde der Landkreis die Stadt beim Flächenankauf im Bokeler Bogen unterstützen, sagte Winter. Die vorgesehenen Flächen seien die einzige Möglichkeit, den Hafen zu erweitern und die Ansiedlung von Zulieferbetrieben zu ermöglichen. Im Übrigen resultierten aus dem Tourismus, der rund um die Meyer Werft entstanden ist, rund 270 Vollzeitstellen.

Im Hinblick auf die touristische Entwicklung Papenburgs stellte der Landrat fest, dass die Fehnstadt nach Haren der zweitwichtigste Übernachtungsstandort im Emsland ist. Demnach hat Papenburg 2014 mit einem Anstieg von 19,6 Prozent (323.741 Übernachtungen, Vorjahr: 270.716) den höchsten für die Stadt jemals gemessenen Wert erreicht. Das sei insbesondere auf die Landesgartenschau zurückzuführen, die Winter trotz der Debatte um das Millionendefizit unter anderem im Hinblick auf eine nachhaltig -deutliche Aufwertung des Stadtparks als einen Erfolg bezeichnete. Er forderte die Stadt auf, den Park mit regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen zusätzlich zu beleben und damit dieses „Kronjuwel“ auch überregional bekannter zu machen.