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Kommentar Zum Aida-Bau in Papenburg: Herausforderung und Vertrauen

Meinung – Gerd Schade | 21.02.2017, 20:42 Uhr

Auf der Papenburger Meyer Werft hat gestern mit dem Zuschnitt der ersten Stahlplatten der Bau des ersten von zwei neuen Kreuzfahrtschiffen für die Rostocker Reederei Aida Cruises begonnen. Das stellt die Werft vor eine besondere Herausforderung, die Rückkehr von Aida ist aber auch ein Zeichen von Vertrauen. Ein Kommentar

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, hat die Papenburger Meyer Werft im vergangenen September ihr für zehn Millionen Euro errichtetes Technologiezentrum eröffnet. In der modernen Ideenschmiede ist Platz für bis zu 500 Konstrukteure, die für den Bau von Kreuzfahrtschiffen arbeiten. Das sind beste Voraussetzungen für die Realisierung der neuen Aida-Kreuzfahrtschiffgeneration, für die gestern mit dem ersten Stahlschnitt der offizielle Startschuss gefallen ist.

Er bildet zugleich den Schlusspunkt unter das unrühmliche Japan-Gastspiel der Rostocker Reederei Aida Cruises. Mit der Bestellung von zwei Kreuzfahrtschiffen bei Meyer hatte der deutsche Kreuzfahrt-Marktführer im Juni 2015 die Rückkehr nach Papenburg perfekt gemacht.

In dem Milliardenauftrag für die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe spiegelt sich aber mehr als nur Wertschätzung in das anerkannte Know-how der emsländischen Schiffbauer wider. Es geht auch um Vertrauen.

Immerhin werden die neuesten schwimmenden Hotels die weltweit ersten Ozeanriesen sein, die zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas betrieben werden – ein nicht zu unterschätzender Aspekt in Zeiten, in denen mit Schweröl betriebene Luxusliner gerne als „Dreckschleudern“ bezeichnet werden.

Durch den Antrieb mit Flüssigerdgas soll der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln vollständig vermieden werden. Dass auch diese besondere Herausforderung den Papenburgern zugetraut wird, dürfte auf dem hart umkämpften Kreuzfahrtweltmarkt Anerkennung finden.