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Kommentar Zu Gemüsepreisen: Einkäufer haben sich verzockt

Meinung – Daniel Gonzalez-Tepper | 07.02.2017, 20:37 Uhr

Ein Kommentar zu den hohen Gemüsepreisen in den Supermärkten und den Auswirkungen für Verbraucher und Gärtner im Emsland.

Die Einkäufer der Handelsketten haben sich verzockt. Sie standen im Spätsommer 2016 vor der Wahl: Bestellen wir in Deutschland unter Glas hergestelltes Gemüse, oder verlassen wir uns auf die Anbauregionen in Südeuropa? Sie entschieden sich für das Ausland, wohl auch, weil hier dickere Margen winken.

Der Anbau von Gemüse in Deutschland im Winter ist durchaus ein zweischneidiges Schwert. Schließlich sind eine Belichtung und eine Heizung notwendig, Gemüse benötigt Temperaturen von 20 bis 25 Grad. Während der Bedarf für den Strom der Lampen einigermaßen kalkulierbar ist, ist der Aufwand für Gas oder Öl kaum vorhersehbar, weil er stark von den Außentemperaturen abhängt. Verständlich, dass Gärtner ohne eine Vorbestellung von Supermärkten dieses Risiko nicht eingehen. Bei der Ökobilanz sehen beide Seiten schlecht aus, schließlich verschlingt auch der Transport von Spanien oder Italien nach Deutschland viele Ressourcen. Dennoch dürften die Argumente der hiesigen Gärtner nach den Ereignissen dieses Winters nicht schlechter geworden sein.