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Kommentar Frauenflohmarkt in Papenburg: Klischees weitertragen

Meinung – Maike Plaggenborg, Maike Plaggenborg | 05.02.2017, 20:22 Uhr

Der „Madame Floh“-Flohmarkt hat am Sonntag, 5. Februar, fast nur Frauen in Verkaufshalle in der Kesselschmiede gelassen. Männer durften nur in Begleitung ihrer Frauen rein. Einzelne gar nicht. Hier werden nicht nur alte Kleider, sondern auch Klischees weitergetragen. Ein Kommentar.

Frauen lieben Klamotten, Schuhe, Handtaschen und Gedöns. Und zwar alle von ihnen. Das ist der Eindruck, den der Flohmarkt Madame Floh in Papenburg vermittelt. Dort werden Dinge von Frauen für Frauen verkauft. Nicht nur die überwiegende Second-Hand-Ware damit weitergetragen, sondern vor allem ein Klischee.

Es ist befremdlich, dass eine Veranstaltung als „Frauenveranstaltung“ ausgerufen wird, weil dann vereinzelte Frauen für die Gesamtheit selbiger sprechen. Müsste demnach weniger Frau sein, wer sich für diese Art Flohmarkt nicht interessiert?

Allein die Diskriminierung einzelner Männer, denen der Zugang zu Madame Floh untersagt ist, ist schon zuviel des Verallgemeinernden. Nicht das Geschlecht sollte über den Zugang dazu entscheiden, sondern die pure Lust am Stöbern und am Weitertragen.