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Kommentar Ansehen der Hauswirtschaft muss aufpoliert werden

Meinung – Hermann Hinrichs | 17.01.2017, 20:05 Uhr

Der Beruf der Hauswirtschafterin befindet sich in einem schleichenden Niedergang. Vom Jahr 2008 mit 670 Menschen in einem Ausbildungsverhältnis sank die Zahl auf nur noch gut 370 Auszubildende im Jahr 2016. Ein Kommentar.

Die Hauswirtschaft ist einer von vielen beruflichen Bereichen, zwischen denen sich junge Menschen nach ihrer Schulzeit für eine Ausbildung entscheiden können – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Dass viele Schulabgänger aber das Gefühl haben, dass dieser Beruf irgendwie doch kein so richtiger ist, eher nur eine Notlösung, ist in erster Linie der Ahnungslosigkeit jener geschuldet, denen zum Beruf Hauswirtschafter weiter nichts als „Putzen, Kochen, Bügeln“ einfällt.

Solche, sich hartnäckig haltende Klischees, sind nur schwer aus der Welt schaffen. Dabei gibt es in der Hauswirtschaft allerhand Anspruchsvolles zu tun – genauso wie in vielen anderen Dienstleistungsberufen und dem Handwerk.

Was dem Berufsfeld allerdings fehlt, ist eine starke Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, das Ansehen der Hauswirtschaft aufzupolieren und dafür das nötige Geld bereitstellt. Auch in der Arbeitgeberschaft könnten die Bemühungen vielfältiger sein, für diesen Beruf zu werben.

Wer heute dem schleichenden Niedergang des Berufes tatenlos zusieht, darf sich morgen nicht darüber wundern, wenn plötzlich die Fachkräfte fehlen.