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Klimakonzept Fernwärme ist für Papenburg, Dörpen und Rhede der Schlüssel

Von Stefan Prinz | 08.12.2014, 22:38 Uhr

Papenburg, Dörpen und Rhede wollen innerhalb der nächsten 15 Jahre den Ausstoß des Treibhausgases CO2 um 20 Prozent reduzieren. Dieses Ziel kann leicht erreicht werden, wenn es gelingt, Haushalte und Gewächshäuser vom Biomassekraftwerk im Papenburger Nordhafen mit Fernwärme zu versorgen.

Energiesparende Beleuchtung, bessere Wärmedämmung an den Häusern, Spritspartraining für Autofahrer: Es sind viele kleine Schritte, mit denen die drei Kommunen den CO2-Ausstoß in den nächsten drei Jahren senken wollen. Der Umweltausschuss von Papenburg hat am Montagabend einstimmig beschlossen, das Projekt nach einjähriger Vorbereitung umzusetzen: Sogar ein gemeinsamer Klimamanager soll eingestellt werden, um die Maßnahmen für alle drei Kommunen voranzubringen.

Die meiste Arbeit erwartet diesen Klimamanager in Papenburg: Rein rechnerisch verbraucht jeder Papenburger 11,6 Tonnen CO2 pro Jahr. Das liegt oberhalb des Bundesdurchschnittes und zeige, dass Papenburg ein Industriestandort ist, so Projektleiterin Katharina Graweloh am Abend im Rathaus. Dörpen liege mit 9,1 Tonnen und Rhede mit 9,6 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf dagegen unter dem Bundesdurschnitt.

Die kleinen Energiesparschritte seien lohnenswert, so die Projektleiterin. Gelingt es allerdings, die bislang ungenutzte Wärme des Biomassekraftwerkes zu nutzen, die bei der Stromproduktion einfach verschwendet wird, könnten die Vorgaben sogar übererfüllt werden. Das Unternehmen Erneuerbare Energie Versorgung (EEV) hatte den Baustart einer Fernwärmeleitung vom Biomasseheizkraftwerk zu rund 20 Gärtnereien zwar geplant, aber bereits mehrfach verschoben. Getan hat sich seitdem nichts, obwohl eine Unternehmenssprecherin dem Projekt noch vor einem halben Jahr auf Anfrage unserer Zeitung weiter „oberste Priorität“ eingeräumt hatte.

Damals berichteten mehrere Medien übereinstimmend von finanziellen Schwierigkeiten des vor zwei Jahren gegründeten Unternehmens. Das Kraftwerk in Papenburg wird von einer Tochtergesellschaft der Göttinger EEV AG betrieben. Mit den Energiesparzielen wird diese Diskussion neue Nahrung bekommen.

Die Öffentlichkeit soll voraussichtlich am 19. Februar 2015 im Technikzentrum in Rhede über die bevorstehenden Energiesparprojekte informiert werden.