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IG Metall in Papenburg wächst Größere Betriebsräte in der Region durch Leiharbeiter

22.07.2014, 19:56 Uhr

ffe Papenburg. Die IG Metall Leer-Papenburg freut sich über die Ergebnisse der diesjährigen Betriebsratswahlen in ihrem Bezirk: Die Gewerkschafter betreuen mit 40 Betrieben zwar fünf weniger als nach den letzten Wahlen im Jahr 2010, die Zahl der Beschäftigten in den Unternehmen stieg aber von 9500 auf 11.400.

Von 280 Betriebsratsmitgliedern 2010 sind noch 270 übrig. Die Wahlbeteiligung blieb mit 75 Prozent konstant.

Gleichzeitig konnte die IG Metall im Bezirk Leer-Papenburg seit Anfang des Jahres rund 250 neue Mitglieder gewinnen, wie die Erste Bevollmächtigte, Evelyn Gerdes, berichtete. Damit sei die Mitgliederzahl auf rund 9300 angestiegen. „Die IG Metall in Papenburg ist eine wachsende Organisation“, so Gerdes.

Das macht sich auch beim Frauenanteil in Betriebsräten bemerkbar: 12 Prozent sind es laut der IG Metall im Bezirk Leer-Papenburg – ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2010. Gleichzeitig sank der Anteil der beschäftigten Frauen in den Betrieben von 14 auf 11 Prozent. Das hängt laut Gerdes vor allem mit der Insolvenz der ADO-Gardinenwerke in Aschendorf zusammen. Aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde immer besser, sagte Thomas Gelder, Zweiter IG-Metall-Bevollmächtigter und Betriebsratsvorsitzender der Papenburger Meyer Werft.

Der Anstieg bei den Beschäftigten, die einen Betriebsrat zur Seite gestellt bekommen, sei laut Gerdes so groß ausgefallen, da nun auch Leiharbeiter zu den relevanten Arbeitnehmern gezählt würden. Aber auch die allgemeine Beschäftigung sei gewachsen. Die Zahl der Betriebe habe sich vor allem durch Insolvenzen verringert. Auch hier führte Gerdes das Beispiel ADO an.

Die Meyer Werft bekam Lob von der Gewerkschaft: Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall Frankfurt, berichtete, die Vereinbarung der Werft zur Behandlung von Werkvertragsarbeitern habe bundesweiten Anklang in der Stahlindustrie gefunden. Darin werden die Entlohnung, Arbeitszeiten und Unterbringung der Werkvertragsarbeiter geregelt.

Kritik gab es hingegen für den Auricher Windkraftanlagen-Hersteller Enercon . Dort würden „Betriebsräte massiv unter Druck gesetzt“, wie Gerdes berichtete. So würden Betriebsratskandidaten im Unternehmen gemobbt oder versetzt. Einen Betriebsratsvorsitzenden habe Enercon laut Gerdes sogar fristlos entlassen.

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