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Höchster Bestand an LNG-Schiffen Volle Auftragsbücher: Papenburger Meyer Werft in der Weltspitze

Von Christoph Assies | 24.07.2017, 17:16 Uhr

Die Papenburger Meyer Werft ist mit ihrer Auslastung auf Platz zwei bei den weltweit im Kreuzfahrtschiffbau operierenden Werften.

Vor der Seatrade Europe, die vom 6. bis zum 8. September 2017 in Hamburg stattfindet, betonen die Veranstalter in einer Mitteilung, dass europäische Werften die wichtigsten Antreiber der Kreuzfahrtindustrie sind. Der Auftragsbestand liegt aktuell bei 75 Neubauten und einem Auftragsvolumen in Höhe von 47,6 Milliarden Dollar. Dabei wird der Bau der Ozeanriesen von drei großen Werften in Europa dominiert. Die italienische Fincantieri-Gruppe baut 29 Kreuzfahrtschiffe, deren Auslieferung bis ins Jahr 2025 vorgesehen. Die Meyer Werften in Papenburg und im finnischen Turku haben Verträge für insgesamt 18 Neubauten, auf der STX-Werft im französischen Saint-Nazaire entstehen zwölf Schiffe und auf den MV Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund werden sechs Schiffe gebaut.

Werften investieren in neue Technologien

Mit dem aktuellen Auftragsbestand erweitert sich die weltweite Kreuzfahrtflotte der Anbieter auf rund 250.000 Betten an Bord der Schiffe. Analysten gehen davon aus, dass das Passagiervolumen von 24 Millionen im Jahr 2016 auf 30 Millionen im Jahr 2022, 35 Millionen in 2026 und 40 Millionen Kreuzfahrtreisenden im Jahr 2030 steigen wird.

Zusätzlich zu den Neubauten investieren Werften und Reedereien in die Entwicklung neuer Technologien. Auf der Papenburger Meyer Werft entsteht beispielsweise aktuell für die Rostocker Reederei AIDA Cruises das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das mit dem umweltfreundlichen Antrieb durch Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird. Es folgen Neubauten für Costa Crociere, Carnival Cruise Line, P & O Cruises und Disney Cruise Line, die einen LNG-Antrieb erhalten. Das Tochterunternehmen Meyer Turku baut für die US-Reederei Royal Caribbean International zwei Kreuzfahrtschiffe für jeweils 5000 Passagiere, die erstmals sowohl mit LNG, als auch mit Brennstoffzellen betrieben werden.

„Gibt noch Märkte im Kreuzfahrtbereich“

Werftchef Tim Meyer sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, die Werft könne sich nur durch die stetige Weiterentwicklung der Prozesse und Produkte am Markt langfristig behaupten. „Mit dem Einsatz neuster Technologien, wie zum Beispiel von umweltfreundlicheren Antrieben, haben wir unsere Kunden bisher überzeugen können. Beispielsweise haben wir im Moment den höchsten Auftragsbestand an LNG betriebenen Kreuzfahrtschiffen.“ Die Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen sei aufgrund der stetig steigenden Passagierzahlen hoch. „Es gibt durchaus noch Märkte im Kreuzfahrtbereich, die ein erhebliches Wachstumspotenzial aufzeigen“, so Meyer. Dadurch nehme nach seinen Worten der Wettbewerb bei den Werften auch spürbar zu.

Europäischer Schiffsbau führend

Kyriakos Anastassiadis, Vorsitzender des Branchenverbandes Cruise Lines International Association in Europa und gleichzeitig auch Chef der zypriotische Kreuzfahrtreederei Celstyal Cruises sagte im Vorfeld der Seatrade: „Die europäische Schiffsbauindustrie bleibt weltweit führend beim Bau komplexer Passagierschiffe wie beispielsweise Kreuzfahrtschiffe und Megajachten.“ Es sei wichtig, dass die Werften in Europa mit ihrer einzigartigen Expertise weiter mit dem sich schnell entwickelnden Kreuzfahrtsektor mitwachsen würden, so Anastassiadis.