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Mit Humor und Tränen Hobbyautor liest in Papenburger Bücherei aus Debütroman vor

Von Philipp Helm | 09.12.2019, 17:09 Uhr

In kleiner Runde hat der Hobbyautor Hermann Wessels in der Papenburger Stadtbibliothek aus seinem ersten Roman "Der kleine Engel Anin" vorgelesen. Die Geschichte hat so einiges mit seiner eigenen Lebensbiographie zu tun.

"Das Buch ist eine Art Seelenpflaster", beschreibt Hermann Wessels, alias "Herr Mann", aus Neulehe seinen Roman im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Buch solle für diejenigen Hoffnung und Kraft spenden, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden. Erschienen ist der Roman im April und einer verstorbenen guten Freundin von Wessels gewidmet.

Eigentlich ist Wessels Angestellter bei der Meyer Werft. Doch nachdem er schwer erkrankte, beschäftigte er sich mit dem Schreiben, wie er verrät. So habe er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen und seine Kraft zurückgewinnen können. "Es musste einfach sein", begründet Wessels seine Motivation dahinter. Ein zweites Buch hat der Hobbyautor auch schon geschrieben: Ein Kinderbuch, dem nur noch der Feinschliff fehle.

Humor und Tränen

In der Stadtbibliothek erhielt er nun die Chance, sein erstes Werk der Öffentlichkeit vorzustellen. Dabei gab er sich trotz des ernsten Themas humorvoll. Einen Schlüssel hochzeigend erklärte er, dass die Besucher keine Wahl hätten, da die Tür abgeschlossen sei. Als er die Rezensionen zu seinem Buch vorlesen wollte, setzte er sich zuerst eine Brille auf. "Jetzt kommt der Teil, wo ich intellektuell aussehe", spaßte Wessels mit den Zuhörern.

An anderer Stelle kämpfte er mit den Tränen. Das Thema gehe ihm als persönlich Betroffener nahe, denn der Name des Engels ist der Name der verstorbenen Freundin rückwärts geschrieben: Nina. Ein Freund spielte während der Lesung auf der Gitarre und sang Lieder.

Für die Stadtbibliothek ist es das erste Mal, dass sie eine Lesung ohne die benachbarte Volkshochschule ausrichtet. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Besucher zu den Lesungen gekommen, so Leiterin Antje Brockhoff-Smidt. Der Erlös des Abend in Höhe von 600 Euro geht an die Palliativstation des Klinikums Links der Weser in Bremen.