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Fußballvereine und Stadt einig Keine neue Standortdebatte für Kunstrasen in Papenburg

Von Gerd Schade | 13.06.2016, 15:11 Uhr

Mithilfe der Stadtverwaltung sollen die Papenburger Fußballvereine die Voraussetzungen für die finanziellen Fördermöglichkeiten für den Bau eines Kunstrasenplatzes schaffen.

Einstimmig folgte der Ausschuss für Soziales, Jugend, Schulen und Sport einem entsprechenden Antrag aus der CDU-Fraktion. Am zuletzt vom Vorsitzenden des TV Papenburg, Bernd Brand, kritisierten geplanten Standort, dem Nebenplatz der Schulsportanlage an der Kleiststraße, wurde nicht gerüttelt. Auf den Standort hatten sich die Fußballvereine auf Initiative von Eintracht Papenburg geeinigt. Das wurde seitens der Politik ausdrücklich gelobt.

Der Leiter des Fachdienstes Sport bei der Stadt, Heiner Hanneken, zeigte dem Ausschuss noch einmal die beiden möglichen Förderkulissen auf. Das hatte er bereits bei der vorangegangenen Sitzung im Dezember 2015 getan. Seinerzeit hatte der Ausschuss angesichts der finanziell angespannten Lage der Stadt sowohl die Planungen für einen Kunstrasenplatz, als auch die Bildung einer Arbeitsgruppe zu dem Thema abgelehnt.

Wie Hanneken erläuterte, sind die Kosten für einen Kunstrasenplatz mit 650.000 Euro veranschlagt. Tritt ein Verein als Bauträger auf, ließen sich zusätzlich zu einem Zuschuss des Landkreises Emsland (130.000 Euro) 100.000 Euro vom Kreissportbund einwerben. Bei einem Eigenanteil für den Verein müsste die Stadt 290.000 Euro besteuern. Hinzu kämen rund 10.000 Euro Unterhaltungskosten pro Jahr.

Weitaus größer wäre der Anteil der Stadt, wenn sie selbst als Bauträgerin auftritt. In diesem Fall bliebe nur der Zuschuss des Landkreises. Anders gesagt: Die Stadt müsste 520.000 Euro zahlen.

Marion Terhalle (FDP) und Ralf Uchtmann (UWG) stellten fest, dass man den jetzt gefassten Beschluss im Prinzip schon vor einem halben Jahr hätte fassen können. „Wir haben Zeit verschenkt“, sagte Terhalle. Dem widersprachen Annette Pöttker und Hermann Wessels (beide CDU). Sie verteidigten ihre ablehnende Haltung im Dezember damit, dass die Sachlage seinerzeit zu „diffus“ (Pöttker) gewesen sei. „Die Voraussetzung ist, dass die Vereine dahinter stehen“, sagte Pöttker. Das sei jetzt der Fall. Wessels machte keinen Hehl daraus, dass die CDU den Platz im Dezember aus Kostengründen abgelehnt habe. Die damalige Sitzungsvorlage, die auf einem Antrag des TuS Aschendorf fußte, und die Diskussion bezeichnete er als „unglücklich“. Man hätte die Dinge besser voneinander getrennt. Nach wie vor richtig sei es aber, eine Arbeitsgruppe abgelehnt zu haben. „Nichts hält mehr auf als eine politische Arbeitsgruppe“, fügte Andreas Eissing (CDU).

Wessels machte derweil deutlich, dass es sich die Stadt nicht leisten könne, einen Kunstrasenplatz zu finanzieren. Das Modell mit der Stadt als Bauträgerin scheidet aus seiner Sicht deshalb aus. Er sprach sich zudem klar dafür aus, am Standort Kleiststraße festzuhalten und den TV Papenburg in dieser Frage gar nicht erst einzubeziehen.

Dem Kreissportbund legte er ans Herz, dass durch einen gemeinsamen Antrag von sechs Fußballvereinen im Prinzip auch sechsmal die Förderkriterien erfüllt seien.