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Fünf Zukunftsmodelle Neue Hoffnung für die Herbrumer Mehrzweckhalle?

Von Gerd Schade | 08.06.2016, 08:32 Uhr

Neue Hoffnung für Herbrum? Für eine Zukunft der maroden Mehrzweckhalle soll die Papenburger Stadtverwaltung Fördermöglichkeiten ausloten und unter Beteiligung der aktiven Herbrumer mögliche Finanzierungskonzepte erarbeiten.

So steht es im Beschlussvorschlag für die Sitzung des städtischen Ausschusses für Soziales, Jugend, Schulen und Sport, der am Mittwoch, 8. Juni 2016, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Papenburger Rathauses tagt. Die Finanzhilfen sollen auf der Basis des Städtebauförderprogramms ausgelotet werden, in das Herbrum zwischenzeitlich aufgenommen worden ist.

Die Nutzung des Gebäudes als Sporthalle für den SV Herbrum hält der städtische Fachdienst Sport allerdings für entbehrlich. Die Verwaltung verweist darauf, dass der Verein bereits zahlreiche Stunden in der Sporthalle der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf belegen würde sowie weitere Hallen in Papenburg nutze. Zudem stünden in weiteren Hallen ungenutzte Kapazitäten zur Verfügung.

Überdies stellt die Stadtverwaltung fest, dass der SV Herbrum über keine eigenen Jugendfußballmannschaften verfüge. Die Nachwuchskicker aus dem Ortsteil würden in Jugendspielgemeinschaften mit Vereinen in Heede, Lehe und Neulehe zusammenspielen.

Bereits erarbeitet hat die Verwaltung fünf Zukunftsmodelle für die Halle. Sie reichen vom Komplettabriss bis zum umfassenden Umbau. Die Modelle (von der günstigen Variante aufsteigend) im Überblick:

Modell 1: Ersatzloser Abriss bis auf Luftgewehrstand und Nebenräume plus Herrichten von Schießstand-Fassade und Oberboden. Kosten: 135.000 Euro.

Modell 2: Abriss bis auf den Schießstand plus Neubau von Umkleiden und Sanitäranlage für vier Mannschaften. Kosten: 580.000 Euro.

Modell 3: Teilabriss (Umkleiden, Toiletten, Gastraum, Mietwohnungen,alter Kleinkaliberschießstand) plus Neubau von Umkleiden und Toiletten sowie Umbau der Halle zu einer reinen Sporthalle auch für Lauf- und Ballsportarten. Geschätzte Kosten: 1,18 Millionen Euro (davon 80.000 Euro für den Teilabriss, 450.000 Euro für den Neubau der Umkleiden und 650.000 Euro für den Hallenumbau).

Modell 4: Teilabriss und Umkleiden-/Toilettenumbau wie in Modell 3 plus Umbau der Halle zu einer reinen Versammlungsstätte für mehr als 200 Menschen. Geschätzte Kosten: 1,44 Millionen Euro.

Modell 5: Komplettumbau zu einer kombinierten Mehrzweckhalle für Sport und Versammlungen gleichermaßen. Geschätzte Kosten: 1,82 Millionen Euro.

Die Modelle weichen zum Teil von den Plänen des SV Herbrum ab. Dessen Vorsitzender Hermann Terhorst hatte die Sanierungskosten in einem Gespräch mit unserer Redaktion im Februar auf nach wie vor 830.000 Euro taxiert, davon allein 150.000 Euro für Brandschutz und Meldetechnik. Seit 2013 darf die in den 70er-Jahren errichtete Halle wegen baulicher und sicherheitstechnischer Mängel nicht mehr für Lauf- und Ballsportarten genutzt werden. Ein Jahr später bot die Stadt dem rund 450 Mitglieder zählenden Verein an, dass er die Halle in Eigenregie mit einem 500.000-Euro-Zuschuss instand setzt und für die laufenden Kosten selbst aufkommt.

Die Herbrumer heben die gesellschaftliche Bedeutung der Mehrzweckhalle für den Ort hervor. Für die Ausschusssitzung am Mittwoch machen Vereinsvertreter unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook mobil. Sie fordern die Herbrumer auf, die Wichtigkeit der Halle durch zahlreiches Erscheinen zu unterstreichen.