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Friedemann Trommer im Porträt Die Liebe zur Technik führt zum Traumberuf

Von Mirco Moormann | 27.12.2015, 14:36 Uhr

Er ist Kieferorthopäde, Humanmediziner und ein großer Technik-Fan: Friedemann Trommer lebt seit 1994 in Papenburg und betreibt seitdem seine Fachzahnarztpraxis am Hauptkanal.

Der aus Freiburg im Breisgau stammende Trommer ist eher zufällig in der Kanalstadt gelandet. Nach dem Studium der Medizin in Mainz war sein Wissenshunger noch nicht gestillt – und so schloss er ein Studium der Zahnmedizin in Münster an. Während dieses Studiums traf er die Entscheidung, anschließend eine Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie zu absolvieren.

An der Kieferorthopädie gefällt ihm besonders gut die Kombination aus medizinischer Wissenschaft, feinhandwerklicher Tätigkeit und längerfristiger Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Liebe wegen blieb er in Münster. In einem Fachmagazin für Zahnärzte las er dann von der frei werdenden Praxis in Papenburg.

Papenburg gefiel ihm sehr

Diese Praxis, die er noch heute führt, gefiel ihm sehr. „Sie war gut eingerichtet, die Mitarbeiterinnen waren sehr freundlich und nett“, erinnert sich Trommer. Am 1. Februar 1994 startete er mit seiner Praxis – und hat diese Entscheidung bis heute nicht bereut.

Zwar war ihm Papenburg zu Beginn völlig unbekannt. Er spricht vom „Sprung ins kalte Wasser“, habe sich aber schnell gut eingelebt. Neben vielen netten Menschen habe er auch das Meer schätzen und lieben gelernt. Gern unternimmt er einen Ausflug an die Küste oder auf eine Insel. Für seine Freunde aus der Heimat war Papenburg weit entfernt. „Kurz vorm Nordpol“ müsse die Stadt wohl liegen, hätten seine Freunde spaßeshalber gemeint.

Zahnspangen mit Schiffsmotiv

Doch Trommer ließ sich nicht beirren und blieb. Dies spiegelt sich auch in seiner täglichen Arbeit wieder. Als Ausdruck des heimatlichen Stolzes auf die Stadt, in der „die schönsten Schiffe der Welt gebaut werden“, gibt es bei ihm auch Zahnspangen mit einem Schiffsmotiv. Auch bei seinen Spangen kommt die Liebe zur Technik wieder ins Spiel.

So verwendet er moderne Drähte, die aus einer Titanlegierung bestehen und mehrfach geflochten sind. Diese seien besonders flexibel und weich, erklärt Trommer, der das Material extra aus Kanada anliefern lässt. Dieser weiche Draht schone die Zahnhaltefasern, da er nur sehr geringe Kräfte auf die Wurzeln ausübe, beschreibt der Mediziner die Vorteile des Materials. Auch wenn er am Ende seines Berufslebens vielleicht nur etwa 300 Meter Zähne verschoben habe, meint der Kieferorthopäde, so hoffe er doch, dass bei den Menschen, die er behandelt habe, das Leben ein bisschen besser geworden sei.

Ein Liebhaber alter Mechanik

In seiner Freizeit beschäftigt sich Trommer ebenfalls mit der Technik. Er ist ein Liebhaber alter Mechanik. So nennt er nostalgische Musikboxen, Flipperautomaten, Radios und Plattenspieler sein Eigen. Das Zusammenspiel von Zahnrädern und Wellen und die daraus entstehenden Bewegungen begeistern ihn immer wieder.

Doch es sind nicht nur die betagten Maschinen, die es ihm angetan haben. Auch die moderne Technik kommt bei Trommer nicht zu kurz, wenn er mit seinem Elektroauto durch Papenburg fährt. Er habe sich zwar durchgerechnet, dass sich das elektrische Fahren bei dem derzeit hohen Anschaffungspreis noch nicht rechne. Dennoch reize es ihn, an der Spitze des technischen Fortschrittes dabei zu sein.

Nach fast 22 Jahren in Papenburg sagt Trommer von sich, dass die Falten, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben, zum größten Teil Lachfalten seien. „Und wenn der liebe Gott mir die Gesundheit gibt, dann möchte ich noch viele Jahre meinen großartigen Beruf ausüben.“