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Freundeskreis feiert Theater auf Altenkamp begeistert 300 Zuschauer

07.07.2014, 20:46 Uhr

Mit der Geschichte „Vom Fischer und seiner Frau“ hat Pavel Möller-Lück vom Theater Laboratorium in Oldenburg mehr als 300 Zuschauer in der barocken Gartenanlage auf Gut Altenkamp in Aschendorf begeistert. Das Einmann-Theaterstück bildete den Auftakt zum Sommerfest des „Freundeskreis Gut Altenkamp“, der sein zehnjähriges Bestehen feierte.

„Von wegen Märchen, das war alles live“, stellt Möller-Lück als Fritz Fischer erst einmal klar. „68 Prozent aller innerhalb einer Ehe ausgesprochenen Jas sind in Wirklichkeit ein Nein.“ Und weil er nicht Nein sagen konnte, hat er einen wahren Albtraum mit seiner Frau Ilse erlebt. Jetzt befindet er sich in Stralsund in therapeutischer Behandlung, montags Einzel – freitags Gruppe. Dabei hatte alles so gut angefangen, wie bei den Gebrüdern Grimm nachzulesen ist: Der Fischer fängt einen Butt, der als verwunschener Prinz um sein Leben bittet. Der Fischer lässt ihn wieder frei. Als seine Frau davon erfährt, verlangt sie nach und nach immer mehr als Gegenleistung für die Freiheit. Zuerst ein größeres Haus, dann ein Gutshaus, danach will sie Königin, später Kaiserin und schließlich Papst werden. All ihre Wünsche werden von dem Butt erfüllt. Doch als sie Gottes Stelle einnehmen will, hat sie den Bogen überspannt und landet wieder dort, wo sie hergekommen ist: in ihrer armseligen Fischerhütte.

Möller-Lück begeisterte sein Publikum mit herrlichen stimmgewaltigen Zwiegesprächen zwischen dem Fischer und seiner Frau Ilse oder dem wortkargen Butt. Mal war er selbst der Fischer, dann wieder stellte er ihn und seine Frau mit kleinen Handpuppen dar. Bei seiner modernen und zeitkritischen Version des Märchens geht der Schauspieler der Frage nach dem Glück nach und stellt am Ende fest: „Ein Nein ist genauso schön wie ein Ja, manchmal sogar noch schöner.“ Beim Fischer begann das Unglück, weil er nicht im richtigen Moment Nein sagte. Um das Große und Schöne zu schützen, müssten wir daher alle das „Neinsagen“ lernen, appellierte der Künstler an sein Publikum, das ihn mit lang anhaltendem Applaus belohnte.

Fest für die ganze Familie

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Rainer Krieger, betonte, dass Möller-Lück das Sommerfest bereichert habe. Im Anschluss an die Aufführung wurde das Fest mit einem bunten Programm für die ganze Familie fortgesetzt. Für Unterhaltung sorgten das „Symphonik Sound Orchestra“ und ein Auftritt der Band „Let’s Dance“. Über seine nachhaltige Unterstützung des Gutes Altenkamp informierte der Freundeskreis anhand einer Nonstop-Dokumentation.

„Die Veranstaltungen im Park werden immer beliebter, vor allen Dingen, wenn sie gepaart sind mit so hoher Qualität wie bei dieser Veranstaltung des Freundeskreises Gut Altenkamp“, sagte Marco Marlony, Leiter des Kulturkreises Papenburg, und freute sich über eine ausverkaufte Vorstellung. Krieger verwies in seiner Festrede auf die Kooperation mit den Berliner Museen. Mit seinen zahlreichen Ausstellungen sei das Gut Altenkamp ein kulturelles Highlight in der Region und für die Stadt Papenburg „ein einmaliger Glücksfall“.

In seiner aktuellen Ausstellung, zeigt das Gut Altenkamp noch bis zum 12. Oktober Werke der deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts aus dem Bestand der Gemäldegalerie der <a href="http://www.smb.museum/" target="_blank">Staatlichen Museen zu Berlin . Einen weiteren kulturellen Hochgenuss verspricht das Sommer-Open-Air am 9. August zu werden. Dann gastiert die Prager Kammeroper mit der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart in Aschendorf.