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EZ-Adventskalender 2015 Polsterinseln aus Aschendorf reisen um die halbe Welt

15.12.2015, 09:48 Uhr

Das Dekorieren von Räumen sowie Polstern und Beziehen von Möbeln ist in der Großen Straße in Aschendorf an der Tagesordnung. Dort öffnete der Raumausstatter Janssen ein Türchen des EZ-Adventskalenders 2015. Das gute alte Ostfriesen-Sofa aus Großmutters-Zeiten wird man dort allerdings wohl eher selten finden.

Wenn Passagiere auf den in Papenburg gebauten Kreuzfahrtschiffen der Meyer Werft einchecken, Gäste in den Lounge-Möbeln vieler großer Hotels Platz nehmen oder nach einem langen Tag im Chesterfield-Sessel ihren Puls runterfahren, dann hat das Team von Raumausstatter Janssen aus Aschendorf erfolgreich gearbeitet. Das Restaurieren und Neubeziehen von traditionell gefertigten Polstermöbeln gehört für das rund 20-köpfige Team zwar zu den Kernkompetenzen des Betriebes. Doch angesichts zunehmender Billigproduktionen von Sitzmöbeln in Osteuropa und Fernostasien ist die Reparatur eher die Ausnahme als die Regel.

Mit der Homeric ging es los

Anders verhält es sich jedoch mit der Erstellung ganzer Polsterlandschaften. Dieses Kapitel wurde nach Ralf Janssens Worten mit dem ersten Meyer-Luxusliner, der Homeric, im Jahr 1986 aufgeschlagen.

 (Weiterlesen: „Homeric bauen? Dazu gab es keine Alternative“ – Werft-Chef Bernard Meyer im Interview) 

In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Tischler werden nach Plänen der Auftraggeber die meterlangen und verschlungenen hölzernen Konstrukte gefertigt und bei Janssen mit textilen Spannbändern und Schaumstoff individuell versehen. Vorab wurden Stoffmuster nach den Vorgaben der Innendesigner bei Herstellern in aller Welt bestellt, bevor es gleich rollenweise die Werkstatt an der Großen Straße in Aschendorf erreicht.

International ausgerichtet

„Unsere Ausrichtung ist international“, sagt Ralf Janssen, der nach eigenen Angaben erst kürzlich in Japan war, um dort Maß für die Raumgestaltung von zwei Kreuzfahrtriesen des Touristikkonzerns Aida zu nehmen. Das bedeutete einen Tag Hinflug, zwei Tage Aufenthalt auf der Werft und einen Tag Rückflug. Für Besichtigungen blieb keine Zeit.

Derweil wurden die Polsterinseln für die Aida-Schiffe inzwischen bestellt und gefertigt. Sie stehen auf Paletten verpackt zur Abholung durch einen Spediteur bereit, um dann einmal um die halbe Welt nach Japan zu gelangen.