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EWE nennt Details – Frau geht es besser Gutachten zu Gasexplosion in Papenburg liegt vor

Von Daniel Gonzalez-Tepper | 24.02.2017, 19:09 Uhr

Das Gutachten zur Ursache der verheerenden Gasexplosion Anfang Dezember 2016 an der Gildestraße in Papenburg liegt vor. Der Gasnetzbetreiber EWE hat auf Anfrage unserer Redaktion Details aus der Expertise genannt. Der bei dem Unglück schwer verletzten Eigentümerin geht es derweil besser.

Nach Angaben eines Sprechers der EWE in Oldenburg liegt dem Netzbetreiber das Untersuchungsergebnis eines unabhängigen Experten seit Kurzem vor. Dieser habe herausgefunden, dass „das Rohrleitungsstück offensichtlich Spannungen erfahren hat, die wahrscheinlich von einer unbekannten Setzung des Erdreichs an dieser Stelle rühren. Dies hat zur Bildung eines Risses am Rohrleitungsstück geführt, aus dem in Folge Gas ausgetreten ist“, zitiert der Sprecher aus dem Schreiben.

Offen bleibt nach Angaben des Sprechers in dem Gutachten, wie das Gas nach dem Austritt aus dem Rohr, das unter dem Gehweg vor dem Gebäude verläuft, unter dem zum Zeitpunkt des Unglücks gefrorenen Boden bis ins Haus gelangen konnte, wo es sich schließlich im Gäste-WC entzündete.

 (Weiterlesen: Starke Explosion in Papenburger Wohnhaus: Frau verletzt) 

Auch aus Sicht der Polizei sind die Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen. „Die Akte wurde zwischenzeitlich mit dem Gutachten der EWE der Staatsanwaltschaft Osnabrück zur Entscheidung übersandt“, bestätigte der Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim, Achim van Remmerden. Er teilte ergänzend aus dem Gutachten mit, dass Erdarbeiten und Materialermüdung als Ursache für das Leck ausgeschlossen werden. Bereits kurz nach dem Unglück war unter Anwohnern die Vermutung aufgekommen, dass das Gas über Leerrohre, die beispielsweise für Strom- oder Telekommunikationsleitungen zwischen Gehweg und Gebäudeinneren verlegt sind, geströmt sein könnte. Betroffen vom Gasaus- beziehungsweise eintritt war auch ein Nachbargebäude. Bekräftigen konnte das Gutachten diese Vermutung demnach nicht.

Keine Ermittlungen gegen konkrete Person

Mit Blick auf mögliche Versäumnisse bei der Wartung sagte der EWE-Sprecher: „Die polizeilichen Ermittlungen laufen noch, deshalb kann ich im Augenblick noch nicht viel dazu sagen. Grundsätzlich gilt aber: EWE ist für die Wartung seines Gasnetzes verantwortlich, inklusive des Netzanschlusses.“ Polizeisprecher van Remmerden sagte: „Eine konkrete Person, gegen die sich die Ermittlungen richten, gibt es derzeit nicht.“ Das Haus sei aus Sicherheitsgründen mit einem Bauzaun und rotem Absperrband der Polizei gesperrt. „Da das Haus nicht mehr bewohnbar ist, soll es in Kürze abgerissen werden“, sagte der Sprecher.

 (Weiterlesen: Ursache für Gasexplosion in Papenburg immer noch nicht geklärt) 

Das bestätigten die beiden Hauseigentümer in einem Gespräch mit unserer Redaktion und bekräftigten auch, unmittelbar nach dem Abriss den Wiederaufbau angehen zu wollen. Die Gebäudeversicherung habe bereits ihre Unterstützung zugesagt. Der bei dem Unglück schwer verletzten Bewohnerin ist auf dem Wege der Besserung. Die 64-Jährige, die vor allem Verbrennungen davongetragen hat, konnte nach etwa zweiwöchigem Klinikaufenthalt noch vor Weihnachten das Krankenhaus verlassen. Sie wird allerdings nach eigenen Angaben wohl noch etwa ein Jahr in ambulanter Behandlung bleiben müssen. „Dann steht hoffentlich unser neues Haus“, sagt ihr Ehemann.