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Einstimmiges Votum Papenburg: HHG nun formell in Wirtschaftsforum übergegangen

Von Klaus Dieckmann, Klaus Dieckmann | 18.06.2018, 16:41 Uhr

Der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) in Papenburg ist endgültig in das Wirtschaftsforum übergegangen. Einstimmig votierte die Mitgliederversammlung des Wirtschaftsforums für die Übernahme des HHG.

„Das ist ein historischer Tag für uns“, sagte Carsten Röttgers, Vorsitzender des Wirtschaftsforums, bei der Feierstunde in der Alten Drostei. Die vor zehn Jahren ins Leben gerufene Interessenvertretung sei jetzt gleichsam „Wirtschaft 3“ in Papenburg, warf er einen Blick in die Geschichte des 1905 als Handwerkerverein gegründeten HHG. Bereits im Mai 2017 hatte der HHG beschlossen, mit dem Wirtschaftsforum zu fusionieren. Für den Zusammenschluss bedurfte es nach Darstellung des stellvertretenden Vorsitzenden Thomas von der Heide aber auch noch eines „förmlichen Beschlusses“ der Mitglieder des Wirtschaftsforums. Die erforderliche Zustimmung erwies sich angesichts des einstimmigen Entscheids als reine Formsache.

Historische Flagge hochhalten

Dennoch wertete Vorsitzender Röttgers das Votum als einen bedeutsamen Schritt. „Das Wirtschaftsforum steht jetzt in direkter Tradition des Handwerkervereins“ bekräftigte er. Die geschichtlichen Wurzeln des Unternehmensverbandes reichten damit 113 Jahre zurück. Für Röttgers war die Entscheidung ein „emotionaler Moment“, sei doch schon sein Großvater Karl Röttgers auch über seine Zeit als HHG-Vorsitzender von 1974 bis 1983 eine treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung von Papenburg gewesen.

Als Symbol dafür stehe, dass der im Januar 2005 verstorbene Ehrenvorsitzende mit Blick auf das 100-jährige Bestehen des Handwerkervereins die alte Vereinsfahne aus dem Jahr 1908 auf eigene Kosten hatte restaurieren lassen. Die historische Flagg e halte jetzt das Wirtschaftsforum als – laut Vereinssatzung – „politisch und konfessionell neutral, branchenübergreifend und stadtteilunabhängige“ Interessenvertretung der Wirtschaft in Ehren, so Röttgers.

Aktivitäten des HHG kamen ab den 2000er Jahren zum Erliegen

In seiner Rede lenkte der Vorsitzende den Blick gleichfalls auf die jüngste Vergangenheit. Die Aktivitäten des HHG, seit 1954 Nachfolger des Handwerkervereins, seien Mitte der 2000er-Jahre erkennbar zum Erliegen gekommen. In der Folge habe sich ein neuer Kreis zusammengefunden, um die Wirtschaftspolitik in Papenburg neu zu beflügeln. Da der HHG dafür keine Basis mehr habe bilden können, sei es im Jahr 2008 zur Gründung des Wirtschaftsforums gekommen.

„Der neue Verein habe viel Schwung in die Stadt gebracht“, sagte Röttgers. Unter anderem erinnerte er an das Projekt Ausbildungspaten sowie die Organisation von Seminaren und Betriebsbesichtigungen. Als Netzwerkverein habe das Wirtschaftsforum Unternehmer in Papenburg miteinander ins Gespräch gebracht und die wirtschaftliche Entwicklung gestärkt. Intensiviert worden seien die Kontakte zur kommunalen Verwaltung, und ein Vertreter des Wirtschaftsforums habe als beratendes Mitglied einen Sitz im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates erhalten.

170 Mitgliedsbetriebe zugehörig

Dem Wirtschaftsforum, das sich gegenüber seinen Vorgängervereinen auch für Freiberufler geöffnet hat, gehören derzeit 170 Mitgliedsbetriebe an. Den Vorstand im Jubiläumsjahr bilden neben Röttgers die stellvertretenden Vorsitzenden Thomas von der Heide, Josef Albers und Thomas Mrosk, Kassenwart Robert Grote und Schriftführerin Anke Staron. Dem Beirat gehören Michael Kuhr, Kai-Olaf Nehe, Jens Klahsen, Frank Merz und Rainer Staron an.

Laut Röttgers Ankündigung plane das Wirtschaftsforum die Herausgabe einer Chronik zum zehnjährigen Bestehen des Vereins. Darin einfließen sollen ebenfalls ein Blick auf die Historie des Papenburger Handwerkervereins sowie auf die Geschichte des HHG.