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Eine Ampel für den Verkehrsknotenpunkt? Sicherheit der Kreuzung Friesenstraße/Zur Seeschleuse in Papenburg steht auf dem Prüfstand

27.09.2011, 10:56 Uhr

Als Unfallhäufungsstelle wird die Ecke Friesenstraße/Zur Seeschleuse in Papenburg im Beamtendeutsch bezeichnet. Autofahrer, die jeden Tag minutenlang an dieser Kreuzung stehen und warten müssen, haben vermutlich ganz andere Namen für sie. Eines haben Behörden und Autofahrer jedoch gemeinsam: Die Kreuzung bereitet ihnen Kopfzerbrechen.

Die Verkehrssicherheitskommission des Landkreises Emsland hat empfohlen, an dieser Stelle eine Ampelanlage zu installieren. Wie Matthias Heyen, Pressesprecher der Stadt Papenburg, auf Anfrage mitteilte, fand bereits in der vergangenen Woche die Messung der Verkehrsströme und -mengen statt. Die Zahlen der Messung werden nun durch einen Computer ausgewertet, wie Ernst-August Johanningmeier, Polizeihauptkommissar und Geschäftsführer der Verkehrssicherheitskommission, erklärte.

Berechnet werde hierbei die Leistungsfähigkeit der Straße. Das bedeutet, wenn die Autofahrer an der Straße Zur Seeschleuse durchschnittlich zu lange warten müssen, ist die Straße nicht genügend leistungsfähig. Eine Ampel würde Abhilfe schaffen, meint Johanningmeier: „Ich sehe keinen anderen Weg, Sicherheit und Leistungsfähigkeit an dieser Stelle auf Vordermann zu bringen.“

Zwei Knackpunkte

Die zum Teil lange Wartezeit ist der eine Knackpunkt an dem Papenburger Verkehrsknoten, Sicherheit der andere. Immer wieder kracht es an dieser Stelle.

Es gibt einen Unterschied zwischen einer gefühlten Unfallhäufung und einer tatsächlichen Unfallhäufung, wie Gerhard Müßing, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Papenburg, erklärte: „Um als Unfallhäufungsstelle bezeichnet zu werden, muss sich innerhalb eines Jahres an einer Kreuzung fünfmal der gleiche Unfalltyp ereignet haben, oder innerhalb von drei Jahren drei Unfälle mit schwerem Personenschaden oder fünf Unfälle mit leichtem Personenschaden.“

Aufgrund dieses Bewertungsmaßstabes war die Kreuzung immer wieder Thema in der Verkehrssicherheitskommission. Die Bilanz der vergangenen drei Jahre: Drei Unfälle in 2009. Bei einem dieser Unfälle starb ein Motorradfahrer aus Bremen. 2010 ereigneten sich drei weitere Unfälle. In diesem Jahr hat die Polizei bereits sechs Unfälle registriert.

Die Ursache in der Unfallhäufung sehen Müßing und sein Kollege Arno Peper in der langen Wartezeit, die Autofahrer vor allem während der Stoßzeiten morgens und abends in Kauf nehmen müssten. „Die Fahrer, die aus der Straße Zur Seeschleuse nach links in die Friesenstraße wollen, stehen zum Teil minutenlang und warten. Irgendwann verlieren sie die Geduld und nutzen eine Chance zum Abbiegen, die eigentlich keine ist, und dann knallt es“, so Peper. Die Polizisten betonten, dass sich nicht alle Unfälle an der Kreuzung so ereigneten, aber sehr viele.

Daher seien in den vergangenen Jahren einige Maßnahmen ergriffen worden, um die Situation zu verbessern. Bislang habe aber weder das Zurückschneiden der Bäume für bessere Sicht gesorgt noch Geschwindigkeitsmessungen auf der Friesenstraße oder das Stoppschild, sowohl an der Straße Zur Seeschleuse als auch an der Abfahrt von der B70, geholfen, berichtete Müßing weiter.

Auch er ist der Ansicht, dass eine Ampel die Verkehrssituation entlasten würde. In einem Kreisverkehr sieht er dagegen nur eine Verlagerung des Problems: „Wir haben an diesem Knotenpunkt viele Radfahrer und Fußgänger. Durch einen Kreisel würden zwar die Autounfälle verringert, aber dafür würden mehr Fußgänger und Radfahrer zu Schaden kommen. Diese Unfälle würden dann wahrscheinlich schlimmere Folgen haben als die bisherigen.“

Fakt ist: Nicht nur die Papenburger Autofahrer machen sich Sorgen über diese Kreuzung, wie durch Beiträge im Mitmachnetzwerk El-Nachbarn deutlich wird, auch die Verkehrssicherheitskommission, zu der im Übrigen auch die Stadt Papenburg gehört, sucht nach einer Lösung für das Problem.

„Ich hoffe, dass die Planungen für eine Ampelanlage noch in diesem Jahr anlaufen“, so Johanningmeier, „doch dafür müssen sich erst die Baulastträger über die Kosten einigen“. Das seien die Stadt Papenburg, der Landkreis Emsland und der Bund.