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Der relativ seltene Nachname ist im ostfälischen Gebiet beheimatet Der Weikopf wackelte mit dem Kopf

Von Winfried Breidbach | 08.05.2012, 14:22 Uhr

Bruno Weikopf aus Haren hat keine Theorie, wie sein Familienname entstand. Mit etwa 55 Namensträgern ist Weikopf ein relativ seltener Nachname, er findet sich gestreut in verschiedenen Regionen Deutschlands. Die Schreibvarianten Weihkopf und Weykopf sind etwas häufiger. Nimmt man die drei Namensformen zusammen, zeigt sich eine Konzentration im Gebiet des Kommunalverbandes Region Hannover.

Auf die Region Ostfalen deutet auch ein Großteil der verfügbaren historischen Belege, wobei neben den heute hoch existierenden Namensformen auch die Schreibungen Weykopff, Weikopp, Weikop, Weihkop und Weykop bezeugt sind. Aus dem Nebeneinander von -kop, -kopp und -kopf ist wie bei vielen anderen Familiennamen zu schließen, dass es sich bei -kop/-kopp um echt niederdeutsche Formen handelt, während in -kopf eine Verhochdeutschung vorliegt.

Die ältesten Belege des Familiennamens mit der Aussprache Wei- des ersten Namenteils sind: 1511 „Wolbert Weikop“ (Hildesheim), 1565 „Engel Weikop“ (Groß Lobke bei Hildesheim), 1598 „Weikop“ (ohne Vorname, Quedlinburg), 1597 „Wolter Weykopf“ (Harber bei Hohenhameln), 1612 „Curd Weikop“ (Algermissen-Lühnde bei Hildesheim).

Von diesen Namensformen ausgehend ist der erste Bestandteil des Familiennamens nicht zu identifizieren. Glücklicherweise findet man ähnliche Namen, deren ältester Beleg mehrere Generationen weiter in die Vergangenheit zurückgeht: In Braunschweig ist im Jahre 1379 ein Bürger namens „Weigecop“ belegt (Vorname nicht überliefert). Weitere Zeugnisse des Namens sind in Hannover 1532 „Hans Weigekop“ und 1585 „die Weigkopsche“ (weibliche Namensform, ohne Vorname), in Quedlinburg 1599 „Weigekop“ (ohne Vorname).

Der erste Namenteil Weige- kann an das mittelniederdeutsche Tätigkeitswort wegen, weigen „bewegen, wackeln, schwanken“ angeschlossen werden, die Bedeutung des Namens ist somit „Wackelkopf“. Das genaue Motiv der Benennung wird man kaum ermitteln können, zwei Möglichkeiten scheinen gleich wahrscheinlich: Der Beiname wurde entweder an jemanden verliehen, dessen Kopf aufgrund eines Nervenleidens „wackelte“, oder der gewohnheitsmäßig bei allen Gelegenheiten den Kopf schüttelte.

Ganz entsprechende Namen wurden mit „Haupt“/niederdeutsch „Höft“ gebildet, von diesen existieren heute noch die Namensformen Wegehaupt, Weghaupt, Wegehöft und Weghöft.

Ebenfalls gleichbedeutend sind die Namen Schüddekopf, Schüddekopp, Schüdekopf, Schüttenkopf, Schittenkopf, Schüttelkopf, Schittelkop(p) und Schittelkopf sowie Zitterkopf, Zitterkop, Ziterkop(f) und Ziderkopf.

Im Internet finden Sie alle Familiennamen, die Dr. Winfried Breidbach bislang im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat: www.neue-oz.de/namenNamensvorschläge bitte an namensforscher@neue-oz.deGutachten: www.ifn.name