Ein Artikel der Redaktion

Schau in Aschendorf Darum leisten Hobby-Geflügelzüchter wichtige Arbeit für Verbraucher

Von Gerd Schade | 27.10.2019, 10:23 Uhr

Ein Zwerghahn, den ihm seine Eltern schenkten, entflammte die Leidenschaft. Seit seinem 15. Lebensjahr züchtet Jürgen Tholen Hühner. Ein Ende ist nicht in Sicht. Was den Reiz des Hobbys ausmacht und wie wichtig es für alle ist, die Artenvielfalt, aber auch Abwechslung auf dem Teller zu schätzen wissen, erklärt der Aschendorfer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Den Hahn hatten ihm seine Eltern einst vom Bauernhof des Onkels in Neudörpen mitgebracht. Von da an entwickelte sich Tholens Freude am Umgang mit Tieren. „Ich habe da einfach Spaß dran“, sagt er. Aktuell umfasst sein Bestand gut 30 Tiere.

Einige davon wird er am kommenden Wochenende in der Oldtimerhalle des Aschendorfer Feuerwehr-Fördervereins präsentieren. Wie erstmals 2018 lädt der Rassegeflügelzuchtverein Aschendorf, bei dem sich Tholen im Vorstand als Schriftführer engagiert, dort zu einer Schau ein. An zwei Tagen (2. und 3. November 2019) werden jeweils von 10 bis 17 Uhr rund 165 Tiere gezeigt.

(Bielefelder, Bartzwerge und mehr: So lief die Schau im vergangenen Jahr)

„Ziel unserer Arbeit ist es, die verschiedenen Rassen zu erhalten“, erklärt Tholen. „Denn wenn wir es nicht tun, macht es keiner.“ Leider stünden manche Rassen auf der Roten Liste gefährderter Tierarten. Die Artenvielfalt soll auch auf der Schau zum Ausdruck kommen.

Tholen weiß neben der Eleganz und Schönheit der Tiere – auf den Schauen werden die besten von Zuchtrichtern prämiert – vor allem die doppelte Nutzbarkeit von sogenannten Zwiehühnern als Eier- und Fleischlieferanten zu schätzen.

Was Probleme macht

Der Aschendorfer Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) hat eine lange Tradition. Gegründet wurde er anno 1897. Tholen zufolge zählt er derzeit rund 40 Mitglieder. Wie in vielen anderen Vereinen auch, nicht nur bei Geflügelzüchtern, plagen auch den RGZV Nachwuchssorgen. Dabei mangelt es nach den Worten des Schriftführers gar nicht an interessierten Jugendlichen. „Vielen fehlen einfach die Möglichkeiten, Tiere zu halten“, erklärt Tholen. Ein weiteres Problem aus Sicht des Aschendorfers: „Fast alle wollen Eier, aber nicht jeder will einen Hahn in seiner Nachbarschaft krähen hören. Klar ist aber auch: Ohne Hahn kann ich nicht züchten.“

Der Eintritt für die Schau kostet 1,50 Euro, für Kinder und Jugendliche ist er frei. Die Vereinsmitglieder bieten Kaffee und Kuchen sowie eine Verlosung von selbst hergestellten Produkten aus Holz an. „Nur so können wir unsere Arbeit zumindest ansatzweise finanzieren“, sagt Tholen.